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Apple: Marc Newsons Design-Handschrift

Foto: Marc Newson

Neuzugang Marc Newson Apples Design-Zukunft

Alle warten gespannt auf das neue, große Ding von Apple: eine neues großes iPhone und vielleicht auch die lang ersehnte iWatch. Wo es designerisch hingeht, ist offenbar schon entschieden.

Hamburg - Uhren, Yachten, Fahrräder, Flugzeuge, Jacken, Sessel, Schaukelpferde, Wasserhähne - es gibt weniges, was der britische Designer Mark Newson noch nicht umgestaltet, umgedacht oder völlig neu erfunden hat. Jetzt ist der Brite in den Tech-Olymp aufgestiegen : In das Team von Apple-Chefdesigner Jonathan Ive, dem Vater von iPhone und iPad, in dessen Händen die optischen Geschicke des Konzerns liegen.

Ive und Newson kennen und schätzen sich schon lange. Nicht erst seit Newson, der bislang frei für nahmhafte Unternehmen wie Lanvin, Microsoft  iittala oder Habitat arbeitete, für einige Projekte bei Apple anheuerte. Und die beiden für eine Charity des U2-Sängers Bono Ende 2013 zusammen mehrere Objekte entwarfen oder umgestalteten.

Brüder im Geiste?

In Newson, der mit seinen sinnlichen und gleichzeitig futuristischen Entwürfen weltweit erfolgreich ist, scheint Ive einen Bruder im Geiste gefunden zu haben. "Marc ist fraglos einer der einflussreichsten Designer dieser Generation", erklärte Ive in einer Pressemitteilung zum Wechsel des Designers ins sein Team. "Er ist außergewöhnlich talentiert."

Beide seien regelrecht "fanatisch" wenn es um Sorgfalt und Aufmerksamkeit für Dinge gehe, die andere auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen würden. "Wir alle in diesem Raum sehen die selben Dinge, aber Marc und ich sehen, was dahinter ist", erläuterte Ive die Gemeinsamkeiten in einem seiner seltenen Interviews mit der Zeitschrift "Vanity fair".  Diesen Grad an Perfektion hätten nur die wenigsten verinnerlicht, sagt Newson. Das gehe fast schon ins Neurotische.

Auch was die Wertschätzung von Handwerk angeht, stehen sich Ive und Newson offenbar nahe. Der in Australien aufgewachsene Newson studierte Schmuckdesign und Bildhauerei. Und auch Ive ist die Haptik bei seinen Produkten enorm wichtig. "Objekte und ihr Herstellungsprozess sind untrennbar", sagte er einmal. "Bis man etwas selbst gemacht hat, Metall eigenhändig in Form gebracht hat, hat man es nicht verstanden."

Anlässlich des Wechsels zu Apple wurden Vermutungen laut, Newson könne auch am Design der erwarteten iwatch beteiligt gewesen sein. Apple kommentierte diese nicht. Dass der 50-Jährige Newson in der Vergangenheit bereits für Apple tätig war und über umfassende Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügt, ist allerdings nicht zu leugnen.

Bleibt abzuwarten, dass die Zusammenarbeit mit Newson fruchtvoller und vor allem friedlicher verläuft als mit zahlreichen anderen Designern, die an Ive scheiterten. Erst im April ging der für die Gestaltung von Benutzeroberflächen verantwortliche Greg Christie. Angeblich im Streit mit Ive.

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