Neuer Skype-Dienst Microsoft präsentiert Echtzeit-Übersetzer

Nutzer des Internet-Telefoniedienstes Skype können wohl schon bald auch mit Menschen telefonieren, deren Sprache sie nicht verstehen. Möglich machen soll das ein neuer Echtzeit-Übersetzungsdienst. Eine Testversion soll bereits Ende des Jahres auf den Markt kommen.
Satya Nadella: Der Microsoft-CEO will sein Unternehmen wieder als Technologieführer etablieren - und setzt dafür auf Spracherkennung

Satya Nadella: Der Microsoft-CEO will sein Unternehmen wieder als Technologieführer etablieren - und setzt dafür auf Spracherkennung

Foto: REUTERS/Microsoft

Rancho Palos Verdes/Hamburg- Der Traum grenzenloser Kommunikation rückt einen Schritt näher. Microsoft-Chef Satya Nadella stellte am Dienstag auf einer Technologie-Konferenz einen neuen Skype-Übersetzungsservice vor, der es möglich machen soll, künftig auch mit Freunden oder Geschäftspartnern zu telefonieren, deren Sprache man nicht versteht.

Wie Nadella erläuterte, überträgt das Übersetzungsprogramm - nahezu in Echtzeit - gesprochene Worte von einer in die eine andere Sprache. Eine Betaversion, die Englisch ins Deutsche übersetzt, stellte Nadella auf der Konferenz des Tech-Nachrichtendienstes Recode vor, von der zahlreiche US-Medien berichteten. Laut dem Microsoft CEO ist sie aktuell in der Lage, 40 Sprachen zu verarbeiten.

Eine Testversion soll noch Ende des Jahres auf den Markt kommen, kündigte Nadella an, der im Februar den Chefposten bei Microsoft  übernahm und den Konzern wieder als Technologieführer etablieren will. Bis zu einer endgültigen Version, für die Microsoft dann möglicherweise auch Geld nehmen will, dürfte es dem Konzern zufolge allerdings noch bis zu zweieinhalb Jahre dauern.

Nadella demonstrierte den neuen Dienst mittels eines Anrufes bei einem deutschen Microsoft-Beschäftigten. Die Qualität wurde von deutschsprachigen Beobachtern als akzeptabel - für Geschäftszwecke allerdings noch nicht ausreichend bewertet.

Microsoft arbeitet seit jahren intensiv an der Spracherkennung und stellte erst kürzlich seinen persönlichen Assistenten und Siri-Konkurrenten Cortana vor.

Mit seinem Vorstoß in Richtung Echtzeitübersetzung steht Microsoft nicht allein da. So bietete der japanische Netzbetreiber NTT Docomo laut "The Verge" schon länger einen ähnlichen Übersetzungsservice  an - allerdings nur vom Japanischen ins Englische. Auch was die schiere Größe betrifft, können sich die Japaner nicht mit Skype und seinen mehr als 300 Millionen monatlichen Nutzern messen, die jeden Tag mehr als 2 Milliarden Minuten telefonieren.

mit reuters
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