Sonntag, 15. September 2019

Cheflobbyist Mark MacGann Der Uber-Stratege

Mark MacGann: Ubers neuer Mann in Brüssel

Der Fahrdienstvermittler Uber kassiert ein Verbot nach dem anderen - und macht unverdrossen weiter. Offenbar setzt man darauf, die Umstände doch noch zu wenden. Geld für lange Rechtstreitigkeiten ist da - und mit Mark MacGann hat Uber jetzt auch potente Unterstützung.

Hamburg/Brüssel - Schlagzeilen sind dem Fahrdienstvermittler Uber aktuell sicher, und das ganz ohne große Show. Ob mit Uber-Verboten in diversen europäischen Hauptstädten,juristischen Scharmützeln oder zuletzt, der Ankündigung, das Verbot des Mitfahrangebots einfach zu ignorieren - Uber läuft auf allen Kanälen.

Aber nicht nur dort. Um sich künftig weniger mit rechtlichen Streitigkeiten aufhalten zu müssen, arbeitet der US-Fahrdienst mit Hochdruck daran, sich in Europa und den USA ein deutlich freundlicheres Wettbewerbsumfeld aufzubauen. Und scheut dafür keine Kosten und Mühen.

Neuerdings hilft ihm dabei Mark MacGann, ein in Brüssel extrem gut vernetzter Lobbyist, der in der europäischen Hauptstadt schon seit Jahren die Interessen der Finanz- und Technologie-Industrie vertritt. Über MacGanns Wechsel zu Uber berichtete nun das "Wall Street Journal".

Wie gut vernetzt, zeigt ein Blick auf MacGanns letzte Arbeitgeber. Dazu zählen unter anderem der Börsenbetreiber Nyse Euronext Börsen-Chart zeigen, dessen politische Angelegenheiten der Ire mehr als vier Jahre lang verantwortete. Oder auch die Lobby- und PR-Agenturen Brunswick und Weber Shandwick, wo MacGann zuletzt als CEO die Brüssel-Geschäfte führte.

Davor war der Lobbyist Generaldirektor von Digital Europe, der EU-Interessenvertretung der Digitalindustrie, einer Organisation über die Unternehmen wie Apple Börsen-Chart zeigen, Microsoft Börsen-Chart zeigen oder IBM Börsen-Chart zeigen Einfluss auf die EU-Gesetzgebung zu nehmen versuchen. Dabei lebte und arbeitete MacGann in New York, Paris, London, Washington und Brüssel.

Ein "echtes Schwergewicht" für Uber

Mark McGann ist "ein echtes Schwergewicht", kommentiert Olivier Hoedeman von der lobbykritischen Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory den Wechsel McGanns zu Uber. "Der ist nicht billig." Dass sich Uber McGann geholt habe, zeige nicht nur "den Grad der Ambition" des Fahrdienstbetreibers, glaubt Hoedeman. "Sondern auch welche Menge an Ressourcen Uber bereit ist, in die politische Einflussnahme zu stecken."

Und kaum hat McGann im September seinen neuen Job angetreten, geht es auch schon in die Vollen. Gleich nach dem Urteil in der vergangenen Woche zog es den neuen Chef-Lobbyisten nach Berlin, von wo aus er dann gleich per Twitter für bessere Bedingungen für Startups forderte.

Kurz darauf verbreitete MacGann einen Artikel, dessen Autor der Politik riet, statt mit Hysterie auf Neuerungen zu reagieren, lieber sämtliche wachstumshemmende Hürden für Start-ups niederzureißen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung