Montag, 16. Dezember 2019

Cheflobbyist Mark MacGann Der Uber-Stratege

Mark MacGann: Ubers neuer Mann in Brüssel

2. Teil: Prominente Unterstützung

Verstärkung für Uber in Brüssel dürfte durchaus Sinn machen. Denn Neelie Kroes, die scheidende Digitalkomissarin, auf deren Hilfe Uber sonst immer zählen konnte, wird der nächsten Kommission nämlich wohl nicht mehr angehören.

Auf sie konnte Uber bei seiner Europa-Expansion bislang zählen. Kroos ging sogar soweit, nach einem Verbot Ubers in Brüssel gegen Taxi-Kartelle zu wettern und per Twitter einen eigenen Hashtag #UberIsWelcome ins Leben zu rufen. Doch nun dürfte Kroos als niederländische EU-Kommissarin wohl von ihrem Kollegen Frans Timmermans beerbt werden, der als Sozialdemokrat womöglich deutlich kritischere Positionen zu Uber vertritt.

Auch in den USA und in Deutschland scheut Uber keine Kosten und Mühen, um sich ins rechte Licht zu setzen. In den USA, wo das Start-up erst kürzlich mit nicht ganz sauberen Geschäftsgebaren gegenüber der Konkurrenz für Aufregung sorgte und Ärger mittlerweile auch von der Fahrerseite droht, engagierte Uber-CEO Travis Kalanick kürzlich den ehemaligen Obama-Berater und - Kampagnenmanager David Plouffe, um Ubers Sache auch politisch voranzubringen.

In Deutschland - sowie in einer ganzen Reihe anderer europäischer Staaten - hat Uber indes auch keinen Unbekannten für seine Pressearbeit engagiert: Meldet Uber, dass dem Fahrdienst nach dem bunddesweiten Verbot von Uber-Pop die Kunden in Scharen zuströmen, laufen die Fäden dafür bei Burson-Marsteller zusammen, einer der führenden Kommunikationsagenturen der Welt.

Die arbeitet hierzulande seit Jahren nicht nur für Unternehmen wie Lufthansa Börsen-Chart zeigen oder SAP Börsen-Chart zeigen, sondern bietet ihren Kunden wie Monsanto Börsen-Chart zeigen oder Facebook Börsen-Chart zeigen auch nicht immer unumstrittene Dienste im Bereich Government Relations. Sprich: "Gute Kontakte zu politischen Entscheidern, Vorbereitern und anderen Meinungsbildnern", um "gesellschaftliche Entwicklungen und politische Initiativen rechtzeitig wahrzunehmen, zu analysieren und gemeinsam mit den Kunden zum richtigen Zeitpunkt zu beeinflussen", wie die Agentur ihre Dienste beschreibt.

Wie die gesellschaftlichen Entwicklungen in Sachen Uber weitergehen, bleibt indes abzuwarten. Bis die Taxivereinigung Taxi Deutschland GmbH dem Landgericht Frankfurt gerichtsfeste Beweise dafür vorlegen kann, dass Uber dessen einstweilige Verfügung ignoriert, kann es nach den Worten von dessen Vorsitzendem Dieter Schlenker noch dauern. "Das ist ein zäher Prozess."

So lange fährt Uber weiter - und bearbeitet unterdessen die Politik. Geld genug dafür hat das Startup. Die letzte Geldspritze von Google Börsen-Chart zeigen , Blackrock und einer ganzen Reihe anderer Kapitalgeber ist erst rund drei Monate her. Und mit 1,2 Milliarden Dollar lassen sich eine Menge MacGanns und Plouffes bezahlen.

Mehr zum Thema: Der Uber-Fall: Chuzpe, viel Kapital und noch mehr Testosteron: Wie Travis Kalanick mit seiner Fahrdienstvermittlung die Welt überrollen will.

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