Deutsche Telekom Neue Übernahmegerüchte um T-Mobile US

Startet die Telekom einen neuen Versuch, sich von ihrer US-Mobilfunktochter zu trennen? Der Wettbewerber Sprint jedenfalls lässt offenbar schon mal ein Übernahmeangebot errechnen. Und eine weitere Meldung heizt die Gerüchte an.
T-Mobile US: Die Telekom-Tochter hat sich offenbar zu einem begehrten Übernaheziel entwickelt

T-Mobile US: Die Telekom-Tochter hat sich offenbar zu einem begehrten Übernaheziel entwickelt

Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFP

Hamburg - Eine Neuorganisation bei der Deutschen Telekom hat Spekulationen neue Nahrung gegeben, der Konzern wolle sich von dem Mobilfunkanbieter T-Mobile US trennen. Die Telekom hat ihre amerikanische Tochter von einer deutschen auf eine niederländische Holding übertragen, wie aus einer US-Börsenmitteilung hervorgeht. Ein Analyst merkte dazu an, die Niederlande hätten bei einem Verkauf günstigere steuerliche Regeln.

Ein Telekom-Sprecher sagte dazu, dies sei ein "rein interner Vorgang zur Vereinfachung der Beteiligungsstruktur". Bei europäischen Gesellschaften in Ungarn oder der Slowakei sei das auch schon geschehen. Zu den Verkaufsspekulationen selbst nahm das Unternehmen keine Stellung.

Diese wurden auch durch einen Bericht des "Wall Street Journal"  angeheizt. Die deutschsprachige Ausgabe berichtet, dass der US-Telekomkonzern Sprint von mindestens zwei Banken Finanzierungsvorschläge zur Übernahme des kleineren Wettbewerbers T-Mobile US erhalten hat. Sprint gehört dem japanischen Kommunikationskonzerns Softbank. Sprint und T-Mobile hatten schon vor einigen Jahren über eine Fusion gesprochen, letztlich aber davon Abstand genommen.

US-Wettbewerber Sprint lässt schon mal rechnen

Noch stünden die Details für ein mögliches Gebot nicht fest, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute der Person der Zeitung. Dem Bericht zufolge beliefen sich Vorschläge für ein mögliches Übernahmeangebot aber auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Nach den bisherigen Plänen würden rund 31 Milliarden Dollar direkt an T-Mobile gezahlt, hinzu käme die Refinanzierung von T-Mobile-Schulden in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar, heißt es in dem Bericht.

An der Börse ist T-Mobile US rund 26 Milliarden Dollar wert. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll auch der Satellitenfernsehbetreiber Dish an T-Mobile US interessiert sein.

Die Telekom hatte bereits versucht, T-Mobile US an den Rivalen AT&T zu verkaufen. Das Geschäft war jedoch an den Wettbewerbshütern gescheitert. Anschließend fusionierte T-Mobile US mit dem regionalen Anbieter MetroPCS und wird seitdem an der Börse gehandelt. Die Telekom hält noch 66,8 Prozent.

T-Mobile US hatte über längere Zeit Kunden an die größeren Rivalen verloren. Zuletzt konnte sie aber den Spieß umdrehen. Das gelang vor allem durch neue Tarife und einen Ausbau des bis dahin löchrigen und eher langsamen Netzes. Noch muss T-Mobile US allerdings auch beweisen, dass das Unternehmen Geld verdienen kann. Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal stehen noch aus.

rei mit dpa

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