Samstag, 18. Januar 2020

Neue Top-Level-Domains Millionengefecht um .berlin, .books und Co.

3. Teil: BMW und Deutsche Post haben schon zugeschlagen

Das Pikante im speziellen Fall von ".book": Amazon hat sich bislang offen gehalten, ob man überhaupt Domains mit den neuen Endungen an andere Firmen verkaufen will, wenn man denn zum Zuge kommt, oder ob der Konzern neue Top-Level-Domains allein für sich selbst nutzen will, um bei Suchanfragen nach Büchern weiter vorn zu stehen als bislang. "Bislang ist noch nicht entschieden, ob solch eine Variante möglich wäre", sagt Oswald.

Grundsätzlich sind solche so genannten "Single-Use"-Varianten gar nicht für generische Top-Level-Domains wie ".books" gedacht. Vielmehr sollen große Unternehmen TLDs mit ihrem eigenen Firmennamen als Endung betreiben können. BMW Börsen-Chart zeigen und Deutschen Post Börsen-Chart zeigen zum Beispiel haben sich solche TLD gesichert, die auf ".bmw" und ".deutschepost" enden.

"Diese Unternehmen haben damit mehr Möglichkeiten, ihre Präsenz im Internet auszubauen", sagt Katrin Ohlmer, Geschäftsführerin von Dotzon. Das Berliner Beratungshaus hat rund dreißig Kunden von Audi Börsen-Chart zeigen über Edeka bis VW Börsen-Chart zeigen beim Antrag ihrer eigenen Top-Level-Domains bei der Icann unterstützt. "Ein großer Vorteil liegt darin, dass ihnen niemand mehr eine Domain wegschnappen kann", sagt Ohlmer. Denn eine namensgebundene Top-Level-Domain darf nur der Markeninhaber bei der Icann anmelden, und nur er kann später über seine Domains verfügen.

Bei allgemein zugänglichen TLDs wie ".de" stehen Unternehmen immer wieder vor dem Problem, dass Domain-Grabber Seitennamen in großer Zahl registrieren, und später teuer an andere Nutzer verkaufen. Umsonst gibt es die eigene TLD freilich nicht. Die Bewerbung bei der Icann schlägt mit 185.000 US-Dollar zu Buche. Und der Unterhalt einer eigenen Top-Level-Domain ist auch nicht ganz billig. Die Anforderungen der Icann vor allem an die Server-Technik sind hoch. Experten schätzen die laufenden Kosten auf rund 500.000 Euro im Jahr.

An neue Domains kommen Firmen hingegen deutlich einfacher, vor allem wenn sie Markeninhaber sind. Denn die haben anderen Bewerbern gegenüber einen großen Vorteil: Sie können ihre Marke bei der Icann für 150 US-Dollar registrieren. So kommen sie als erste zum Zug, wenn Domains einer neuen TLD vergeben werden. In dieser so genannten Sunrise-Phase können Firmen mit eigenen Marken solche Domains, die mit ihrer Marke übereinstimmen, bevorrechtigt anmelden. Für ".berlin" läuft diese Phase gerade, ab dem 18. März 2014 kann dann jeder Berliner reservieren. Wenn er denn möchte.

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