Dienstag, 20. August 2019

Nanopillen zur Krebsdiagnose Google arbeitet an Suchmaschine für den Körper

Krebszelle: Google will künftig Nanopartikel im Blut patrouillieren lassen

Den Suchmaschinenmarkt im Internet hat Google bereits aufgerollt. Jetzt nimmt der Techriese den Körper ins Visier. Künftig, so die Idee, sollen über eine Pille geschluckte Nanopartikel im Blut nach Krebszellen suchen.

Hamburg - Es klingt wie Science-Fiction, könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern aber womöglich in fünf bis sieben Jahren Realität werden. Der Suchmaschinenkonzern Google Börsen-Chart zeigen arbeitet derzeit an einer Pille, die den Körper nach möglichen Krebszellen durchsuchen soll.

"Die Idee ist einfach", erläuterte der für das Projekt verantwortliche Google-Manager Andrew Conrad auf einer Konferenz das Prinzip des geplanten Frühwarnsystems. "Man nimmt einfach eine Pille mit den Nanopartikeln". Winzige Teile, von denen Millionen in ein einziges Sandkorn passen würden.

Diese sind mit unterschiedlichsten Antikörpern oder Molekülen ausgestattet, die bestimmte andere Moleküle erkennen können. "Sie verteilen sich im Körper und weil der Kern dieser Partikel magnetisch ist, kann man sie an einer bestimmten Stelle zusammenrufen."

Dies könnte beispielsweise über ein tragbares Gerät am Handgelenk erfolgen, das die jeweilig vorhandenen Zellen dann auswertet. Neben Krebs, soll die neue Technik nach den Worten Conrads auch zu Arteriosklerose führende Plaques oder ungesunde Blutwerte erkennen können.

"Jeder Test, für den man bislang zum Arzt geht, wird dann durch dieses System erledigt werden" zitierte ihn das "Wall Street Journal" auf dessen Konferenz Conrad das neue Forschungsgebiet des Google-Forschungsarms Google X vorstellte. "Das ist unser Traum."

Marktreife noch weit entfernt

Doch bis zu einer möglichen Marktreife dürften es noch einige Jahre dauern, sollten sich Googles Pläne als realisierbar herausstellen. Mindestens fünf bis sieben Jahre dürften bis zur Marktreife noch ins Land gehen, glaubt der Stanford-Radiologe Sam Gambhir, der Google bei dem aktuellen Projekt beriet.

Nicht nur, dass der Tech-Konzern für die körperinvasive Technik überhaupt erst einmal eine Zulassung bekommen müsste. Laut "Wall Street Journal" müssen auch erst einmal entsprechende Beschichtungen für die Partikel gefunden werden, die die gesuchten Zellen an sich binden. Eine Aufgabe, bei der Google nach eigenen Angaben zuletzt deutlich vorangekommen ist.

Beim zugehörigen Auslesegerät müsste wiederum eine Lösung gefunden werden, die langlebige Batterielaufzeit mit geringer Größe in Einklang bringt

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