Nach Amazon-Echo-Erfolg ziehen Apple und Google nach Warum auch Google und Apple künftig mithören wollen

Google Home: Google will Amazons Lautsprecher "Echo", der alles Mögliche kann, Konkurrenz machen

Google Home: Google will Amazons Lautsprecher "Echo", der alles Mögliche kann, Konkurrenz machen

Foto: DPA / Google

Es war alles andere als ein sicherer Erfolg, als Amazon im Juni vergangenen Jahres neuen Lautsprecher namens "Echo" auf den Markt brachte - oder zumindest etwas, das aussieht wie ein Lautsprecher. Von Spionage im Wohnzimmer schrieben die Medien, schließlich basiert der "Echo" in großen Teilen darauf, dass das Gerät mithört und auf Sprachsignale reagiert.

Doch anders als das rund ein Jahr zuvor vorgestellte und massiv gefloppte Fire Phone erwies sich Amazons "Echo" und die darin enthaltene Software "Alexa" als gigantischer Erfolg. Detaillierte Verkaufszahlen veröffentlicht Amazon zwar nicht. Aber Marktforschern zufolge dürften allein in diesem Jahr rund 8,6 Millionen Geräte den Besitzer wechseln - und damit ordentlich Geld in die Kassen des Konzerns spülen. Und das, obwohl der "Echo" in Deutschland erst Ende Oktober für ausgewählte Kunden auf den Markt kommen soll.

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Doch darum geht es Amazon wohl gar nicht in erster Linie. Das Potenzial des Gerätes ist deutlich größer. Es könnte das Shopping einfacher machen und so den Umsatz des Onlinehändlers deutlich in die Höhe treiben.

Indem Amazon die Software "Alexa", auf der "Echo" basiert, auch anderen Entwicklern zur Verfügung stellte, hat sich für Nutzer des "Echo" eine wahre Anwendungswelt erschlossen, die sich per Sprachsteuerung aktivieren lässt: Vom Einkaufen und dem Erfragen von Informationen über Filmesehen, die Nutzung von Musik-Streaming-Diensten, die Steuerung von Heizung und Beleuchtung über das Ordern externer Dienstleistungen bis zur Öffnung des Garagentors - stehen mittlerweile mehr als 3000 Services zur Verfügung, die Nutzer in die heimische Sprachsteuerung integrieren können - und an denen - ganz abgesehen von der Menge der generierten Daten - Amazon zum Teil mitverdienen dürfte.

Warum und wie auch Apple und Google jetzt nachlegen

Rund elf Milliarden Dollar, so eine aktuelle, wenn auch sehr frühe Schätzung des Marktforschres Mizuho, könnte das neue Angebot Amazon alleine 2020 in die Tasche spülen, wenn der Konzern, wie erwartet, dann tatsächlich 41,4 Millionen Geräte im Jahr absetzt.

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Zahlen und vor allem Daten, die Begehrlichkeiten wecken. Weshalb Google und offenbar auch Apple Amazons "Echo" nun mit eigenen Geräten in den Schatten stellen wollen.

Details zu dem bereits angekündigten und auf Googles Assistenten Google Now basierenden Google Home soll es angeblich am 4. Oktober geben. Gerüchten zufolge will Google Amazon dabei beim Gerätepreis unterbieten, um gegenüber dem bereits etablierten Player konkurrenzfähig zu sein.

Dabei könnte eine Lösung aufgrund des enormen Wissens, das Google über seine Kunden hat, Nutzer per Sprachnachricht sogar ermahnen, wenn es Zeit ist, zu bestimmten Terminen aufzubrechen und dabei sogar noch die Verkehrslage im Blick zu haben.

Apple, das Berichten zufolge zunächst statt auf einen eigenen Lautsprecher auf eine bereits in bestehende Geräte integrierte Lösung gesetzt hatte, soll angeblich auch mit Hochdruck an einer Lösung ähnlich der von Amazon und Google arbeiten.

Kommentiert hat der Konzern aus Cupertino die Gerüchte - wie üblich - bislang nicht.

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