Dienstag, 18. Juni 2019

300 Millionen Dollar eingesammelt N26 wird erstes deutsches Fintech-Unicorn

N26: Bankgeschäfte via Smartphone

Die Berliner Smartphone-Bank N26 lässt sich ihre globale Expansion von ausländischen Investoren finanzieren. Der New Yorker Risikokapitalgeber Insight Venture Partners sowie der Singapurer Investmentsfonds GIC stellen zusammen mit anderen Investoren 300 Millionen Dollar zur Verfügung, wie das seit 2015 aktive Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Es handelt sich damit um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech gestemmt hat. Dadurch wird N26 mit 2,7 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) bewertet und steigt zum Unicorn (junges, innovatives Unternehmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar) auf. Die Bank ist nun mehr wert als die im Mittelwerteindex notierte Aareal Bank, die auf 1,7 Milliarden Euro kommt - und somit eine der wertvollsten deutschen Banken. Firmenchef Valentin Stalf sieht dies als Zeichen der Stärke. Der "Welt" sagte er, dass N26 zumindest für eine deutsche Bank spätestens jetzt kein Übernahmeziel mehr sei: "Dafür sind wir schlicht zu groß."

Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem bei Europas größtem Versicherungskonzern Allianz und dem chinesischen Internetriesen Tencent, dem deutsch-amerikanischen Investor Peter Thiel und bei Mitgliedern des Zalando-Managements.

N26 setzt auf eine Klientel, die ihre Bankgeschäfte über das Smartphone abwickeln will. In mittlerweile 24 europäischen Ländern kommt das Berliner Unternehmen auf insgesamt 2,3 Millionen Kunden, schreibt allerdings noch rote Zahlen. In einigen Jahren soll die Marke von 100 Millionen Kunden geknackt werden.


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Die jüngste Geldspritze soll zunächst in die US-Expansion fließen, die noch im ersten Halbjahr starten soll. Langfristig will Firmenchef Stalf nicht nur in den USA und Europa erfolgreich sein, sondern N26 zur "ersten globalen mobilen Bank" aufbauen und damit eine "der größten Industrien umkrempeln". Bezüglich eines potenziellen Börsengangs hält sich das Unternehmen bisher bedeckt.

mg/rtr

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