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"Connect"-Mobilfunk-Studie: Die Ergebnisse im Detail

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Netzqualität Vodafone rückt der Telekom auf die Pelle

Beim Mobiltelefonieren wirbt die Deutsche Telekom gerne damit, das "beste Netz" zu haben - was laut einer aktuellen Studie bislang auch noch stimmt. Doch Konkurrent Vodafone holt auf. Im Bahnverkehr sehen die Deutschen alt aus.

Hamburg - Deutsche Telekom , Vodafone  und dann in wechselnder Reihenfolge O2 und E-Plus - diese Qualitätsreihenfolge in Sachen Mobilfunknetz scheint seit Jahren in Stein gemeisselt. Auch in diesem Jahr führt die Deutsche Telekom beim Netztest der Zeitschrift"connect"  erneut den Gesamtsieg ein - vor Vodafone, O2 und E-Plus. Doch die Luft für die Telekom wird dünner.

Der Wettbewerber Vodafone holt auf. Bei der Telefonie und Sprachqualität "hat Vodafone fast komplett aufgeschlossen", erläutert Mobilfunkexperte Hakan Ekmen die Ergebnisse, die sein Unternehmen p3 Group für "Connect" erhoben hat. "Vodafone hat den Abstand halbiert." Nur noch bei der Datenperformance habe die Telekom den Kopf gegenüber ihrem Hauptwettbewerber vorne.

Im Bahnverkehr ist Deutschland mobilfunktechnisch Entwicklungsland

Auch bei E-Plus und O2 hat sich nach Meinung der Experten  einiges getan - zum Besseren. So habe O2 den LTE-Ausbau ungeachtet der bevorstehenden E-Plus-Übernahme im vergangenen Jahr kräftig vorangetrieben und die Großstädte damit mittlerweile weitgehend versorgt. Das ging jedoch auf Kosten der Telefonie - bei der es nach wie vor hakt.

Bei E-Plus ging es der Erhebung zufolge  zwar bei der Sprachqualität bergauf, auch die Rufaufbauzeiten sind gesunken. Die Stabilität der Verbindungen in den Großstädten habe jedoch gelitten, befanden die Experten.

Bei ihrem diesjährigen Test - dem bislang 17. in Folge - stießen die Tester jedoch auf ein Gebiet, in dem Deutschland massiven Nachholbedarf hat. Was die Qualität der Verbindungen auf Bahnfahrten angeht, ist Deutschland im Vergleich zur Schweiz und auch zum Nachbar Österreich noch ein echtes Entwicklungsland.

Doppelte Dauer beim Verbindungsaufbau

Sind beim Schweizer Branchenführer Swisscom auf Bahnfahrten mittlerweile 93,7 Prozent aller Telefonierversuche erfolgreich und bei der Telekom Austria immerhin fast 91 Prozent, liegt die Erfolgsrate bei der Deutschen Nummer einsTelekom mit gerade einmal 86,7 Prozent klar darunter.

Bei E-Plus liegt die Erfolgsrate sogar nur bei etwas über drei Viertel (78,6 Prozent). Bis ein Gespräch vom Zug aus zustande kommt, dauert es bei O2 laut Studie  fast zehn Sekunden (9,7 Sekunden) - beim Schweizer Anbieter Sunrise geht das mit durchschnittlich 4,9 Sekunden doppelt so schnell.

Allerdings muss man den Mobilfunkbetreibern zugestehen, dass eine entsprechende Versorgung hierzulande schon aufgrund der Größe des Bahnnetzes deutlich teurer und aufwendiger ist als in den beiden Nachbarländern. Das Bewusstsein für die Mängel bei der Bahnabdeckung ist laut Ekmen aber da. "Das Thema wird von den Netzbetreibern durchaus ernstgenommen", ist er überzeugt.

Entsprechend erwartet Ekmen, dass sich in den nächsten Jahren die Qualität der Versorgung hier deutlich verbessert - und dass die Konkurrenz auch weiter zur Telekom aufrückt. "Die Unterschiede werden sich immer mehr verringern", ist er überzeugt.

mehr Infos auf www.connect.de/netztest

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