US-Tech-Berichte Microsoft ebnet Nokia Weg zurück an den Handy-Markt

Das einst übernommene Handygeschäft von Nokia hat Microsoft nur Geld gekostet. Jetzt verkauft der Konzern die Produktion günstiger Mobiltelefone an Foxconn. Nokia kehrt damit als Lizenzgeber auf den Handymarkt zurück. Gerüchten zufolge könnte Microsoft auch seine Smartphone-Sparte Lumia zur Disposition stellen.
Microsoft verkauft die Reste des einst viel Geld übernommenen Handy-Geschäfts von Nokia

Microsoft verkauft die Reste des einst viel Geld übernommenen Handy-Geschäfts von Nokia

Foto: REUTERS

Glücklich ist Microsoft mit der im Jahr 2013 von Nokia übernommenen Handy-Sparte nie geworden. Reich auch nicht - ganz im Gegenteil musste der Softwareriese enorme Abschreibungen auf das seinerzeit mit großer Hoffnung verbundene Geschäft der Finnen vornehmen.

Nun will Microsoft das Geschäft zumindest teilweise abstoßen, berichten Tech-Websites wie "The Verge"  und "Techtimes" . Konkret wolle Microsoft die Herstellung der günstigen und einfachen Einstiegshandy ("Feature-Phones"), die noch den Namen Nokia tragen, an die Foxconn-Tochter FIH Mobile und die finnische Firma HMD verkaufen. Hintergrund sei der schleppende Verkauf von lediglich 15 Millionen dieser Geräte im ersten Quartal.

Microsoft wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren, bestätigte aber am späteren Mittwochnachmittag  (MEZ) den Verkauf des Feature-Phone-Geschäfts.

Den Berichten und der Mitteilung von Microsoft zufolge bezahlt der iPhone-Auftragsfertiger Foxconn 350 Millionen Dollar für das Handy-Restgeschäft von Nokia. Mit dem Deal würden 4500 Mitarbeiter zur Foxconn-Tochter wechseln, ebenso das Recht, unter dem Markennamen Nokia zu produzieren.

Nokia kehrt als Lizenzgeber an den Handy-Markt zurück

Zu diesem Zweck hat sich Foxconn mit der neu gegründeten finnischen Firma HMD zusammengetan, die mit Nokia eine Lizenzvereinbarung über zehn Jahre zur Produktion von Nokia-Handys geschlossen hat. Der Netzwerkausrüster und ehemalige Handy-Gigant Nokia kehrt damit an den Handy-Markt zurück.

Microsoft hatte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit den einfachen Handys kontinuierlich runtergefahren. Den Berichten zufolge wolle sich der Konzern nun darauf konzentrieren, das Betriebssystem Windows 10 für die eigenen, unter dem Namen Lumia vertriebenen Smartphones beziehungsweise für die Windows-Smartphones von Partnern weiterzuentwickeln.

Doch auch hier hakt es gewaltig: Lediglich 2,3 Millionen Lumia-Geräte hat Microsoft den Berichten zufolge im vergangenen Quartal verkauft, ein Minus von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Microsoft erwäge sogar, bis zur Hälfte seiner Mitarbeiter der Mobile-Sparte zu entlassen, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das schürt erneut Gerüchte, Microsoft werde die Smartphone-Sparte unter dem Namen Lumia ganz aufgeben. Der Konzern wollte diese Gerüchte nicht kommentieren.

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