Mittwoch, 23. Oktober 2019

Microsoft Nadella baut um und plant Billig-Windows

Microsoft-CEO Satya Nadella: Setzt auf kostenloses Windows für Billiggeräte
REUTERS / Microsoft
Microsoft-CEO Satya Nadella: Setzt auf kostenloses Windows für Billiggeräte

Microsoft-Chef Satya Nadella stellt erste Weichen. So plant er offenbar, mit Billigbetriebssystemen Marktanteile gegen Google zu verteidigen. Im Konzernmarketing räumt der neue CEO hingegen auf. Nur eine Personalie dürfte er nicht geplant haben.

Redmond - Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella ist gerade vier Wochen im Amt, schon beginnt das Stühlerücken in der zweiten Reihe des Softwarekonzerns. Einem Bericht des Branchenblogs Recode zufolge verlassen die bisherige Marketing-Chefin Tami Reller sowie Tony Bates, bislang verantwortlich für die Microsoft-Tochter Skype, das Unternehmen.

Bates galt bis zur Ernennung Nadellas zum Microsoft-CEO selbst als Kandidat für den Chefposten. In seinem Fall dürfte die Trennung allerdings freiwillig und nicht durch Microsoft Börsen-Chart zeigen forciert worden sein, mutmaßt Recode-Autorin Kara Swisher. Ihr zufolge lägen dem Topmanager, der mit dem Kauf von Skype zu Microsoft wechselte, mehrere Angebote für den Chefsessel von großen Technologieunternehmen vor.

Tami Reller hingegen war bislang für das Betriebssystem Windows verantwortlich. Eine Aufgabe, bei der sie einst eng mit Julie Larson-Green zusammengearbeitet hatte, die mittlerweile die Hardware-Sparte des Konzerns führt. Diesen Posten wird Larson-Green allerdings räumen müssen. Ihren Platz wird demnächst der ehemalige Nokia-Vormann Stephen Elop einnehmen, der künftig das Hardware-Geschäft rund um Microsofts Surface-Tablets und Nokias Lumia-Smartphones vorantrieben soll.

Auch einen neuen Chefstrategen hat Nadella benannt. Der frühere Politiker-Berater Mark Penn soll diesen Job nun Vollzeit übernehmen, nachdem er ihn zuvor nebenher miterledigt hatte. Ein Aufstieg ist das nicht. Denn Nadella entzieht Penn zugleich die Verantwortung für den Werbeauftritt von Microsoft.

Eine Entscheidung, die auch damit zusammenhängen könnte, dass der Softwarekonzern in den Vereinigten Staaten vor allem durch seine "Scroogled"-Kampagne Kritik auf sich gezogen hatte. In dieser hatte Microsoft Produkte wie Tassen oder T-Shirts beworben und verkauft, die beispielsweise eine Spinne im Look des Google-Browsers Chrome zeigen mit der Aufschrift: "Komm ins Netz". Penn soll intern durch den Marketing-Experten Chris Capossela ersetzt werden.

Mit einem Billig-Windows gegen Android und Chrome

Auch für den bislang noch schleppend anlaufenden Vertrieb von Windows 8 scheint Nadella eine grundsätzliche Entscheidung getroffen zu haben. So berichtet der Branchenblog The Verge, dass der Konzern offenbar plane, Windows 7-Nutzern ein kostenloses Update auf Windows 8.1 anzubieten. Der Haken: Bei dem Update soll es sich um eine Windows-Variante handeln, in der Microsofts Suchmaschine Bing sowie weitere Microsoft-Services integriert wären.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Konkurrent Google Börsen-Chart zeigen mit seinem Betriebssystem Android, das die Suchmaschine, die Karten- und Streaming-Angebote Googles integriert. Der Suchmaschinengigant verdient so nicht mit dem Verkauf des Betriebssystems Geld, sondern mit der Werbung rund um die eingebetteten Dienste.

Schon in den vergangenen Tagen war darüber spekuliert worden, dass Microsoft eine Billigvariante seines Betriebssystems für solche Computer bereitstellen könnte, die im Laden weniger als 250 Dollar (180 Euro) kosten. Hier konkurriert der Konzern vor allem mit den vergleichsweise günstigen Chromebooks von Google, die fast ausschließlich auf Google-Dienste setzen und deren Programme vollumfänglich nur über die Cloud, also nicht ohne ständige Internetverbindung, genutzt werden können.

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