Warum Deutschland mehr in KI investieren sollte Künstliche Intelligenz ist für Wirtschaft folgenreicher als die Dampfmaschine

Mit der Dampfmaschine begann im 18. Jhd. die Industrielle Revolution. Der Einsatz von KI wird laut McKinsey im 21. Jhd noch größere Konsequenzen haben

Mit der Dampfmaschine begann im 18. Jhd. die Industrielle Revolution. Der Einsatz von KI wird laut McKinsey im 21. Jhd noch größere Konsequenzen haben

Foto: DPA

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) wird einer Studie zufolge größere volkswirtschaftliche Konsequenzen haben als die Erfindung der Dampfmaschine. Zu dieser Einschätzung gelangten Forscher des McKinsey Global Institutes  in Washington, ein Think Tank, der für die Unternehmensberatung ökonomische Trends unter die Lupe nimmt.

Den Forschern zufolge kann Künstliche Intelligenz (KI), wozu die Wissenschaftler automatische Bilderkennung, natürliche Sprache, virtuelle Assistenten, Roboter-basierte Prozessautomatisierung und fortgeschrittenes maschinelles Lernen zählen, das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2030 zusätzlich um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr steigern.

Damit übertrifft die KI den Angaben zufolge den jährlichen Wachstumseffekt, den seinerzeit Dampfmaschinen (0,6 Prozentpunkte), Industrieroboter (0,4 Prozentpunkte) und die Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT, 0,6 Prozentpunkte) erzielten.

Wertschöpfungsbeitrag von 13 Billionen Dollar bis 2030

Insgesamt taxieren die Forscher den zusätzlichen Wertschöpfungsbeitrag, den KI bis 2030 bringen könne, auf bis zu 13 Billionen US-Dollar. Rund 70 Prozent der Unternehmen würden demnach bis 2030 zumindest eine der genannten KI-Technologien anwenden.

Wo Deutschland steht

Für Deutschland taxieren die Forscher das mögliche zusätzliche BIP-Wachstum auf 1,3 Prozentpunkte, womit Deutschland leicht über dem Durchschnitt und gleichauf mit China, aber hinter den USA liegt.

Allerdings dürfte der Zuwachs den Wissenschaftlern zufolge zeitlich sehr ungleichmäßig ausfallen, da die Implementierung der neuen Technologien zunächst einen Kostenfaktor darstellt und auch im Arbeitsmarkt massive Umwälzungen mit sich bringt. Erst später dürfte das Wachstum dafür sehr deutlich anziehen, heißt es.

Deutschland nicht in der Führungsgruppe

Was die Nutzung und Entwicklung Künstlicher Intelligenz angeht, sehen die Forscher Deutschland nicht in der Führungsgruppe, die China und die USA bilden. Sondern zusammen mit Ländern wie Frankreich, Kanada oder Südkorea in der Folgegruppe - Länder, die den Forschern zufolge allerdings gut positioniert sind, die Vorteile der neuen Technologien auch zu nutzen.

Prinzipiell gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die unterschiedlichen Fortschritte der Länder im Bereich Künstliche Intelligenz den Abstand in der wirtschftlichen Entwicklung zwischen den Staaten und auch Unternehmen weiter vergrößern dürfte.

Digitalisierung als Grundlage

Dabei spielt demnach auch eine große Rolle, wie weit die Digitalisierung in den einzelnen Staaten bereits fortgeschritten ist. Da diese die Grundlage für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologogien bilde.

Bislang findet das Gros der Investitionen in KI noch in China und den USA statt - und dort bei den großen Technologiekonzernen. Für die Untersuchung wurden für 3000 Unternehmen aus 14 Branchen befragt.

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