Donnerstag, 5. Dezember 2019

Facebook-Chef will mit Mauer Privatsphäre schützen (sic!) Mark Zuckerberg bringt halb Hawaii gegen sich auf

Mark Zuckerberg mit Frau Priscilla und Tochter Max: Der Facebook-Chef möchte auch im Urlaub Ruhe haben

Vor einigen Jahren hatte Mark Zuckerberg noch vollmundig verkündet, dass Privatsphäre "keine soziale Norm" mehr sei. Das sieht der Facebook-Gründer jetzt offenbar anders und verschanzt sich in seinem Feriendomizil auf Hawaii hinter einer riesigen Mauer - sehr zum Unmut der Anwohner.

Ganz offensichtlich hat Facebook-Milliardär Mark Zuckerberg keine Kosten und Mühe gescheut. Extra aus Natursteinen hat er eine Mauer um sein Feriendomizil auf Hawaii bauen lassen - rund 1,80 Meter hoch. Um Frau und Kind vor Lärm und Blicken neugieriger Touristen oder Einheimischer zu schützen, wenn der Milliardär und seine Familie im millionenteurer Anwesen auf Hawaii Erholung vom stressigen Silicon-Valley-Leben suchen.

Doch offensichtlich hat der Milliardär die Rechnung ohne die Bewohner gemacht. Sie laufen Sturm gegen die Mauer, weil diese sowohl die Sicht als auch den kühlen Windzug vom Meer blockiere, wie das Lokalblatt thegardenisland.com auf seiner Internetseite schreibt.

Regelrecht erbost sind demnach viele über die Mauer - und offenbar auch über die Tatsache, dass Zuckerberg sich 2014 für 100 Millionen auf der Insel eingekauft hatte.

Kauai : Hier hat sich der Facebook-Chef eingekauft
AP / Kauai Visitors Bureau
Kauai : Hier hat sich der Facebook-Chef eingekauft

"Es fühlt sich wirklich bedrückend an. Es ist immens", zitierte das Blatt einen Anwohner. "Es ist wirklich traurig, dass einfach jemand kommen kann, ein riesiges Stück Land kauft und als erstes die Sicht beschneidet, die die Gemeinschaft jahrelang hatte und auch geschätzt hat."

Eine andere Bewohnerin beklagte, wenn sie die Straße entlang gehe, sehe sie nichts als die Mauer, so dominant und erdrückend sei Zuckerbergs Schutzwall. Der Ort verliere durch Interventionen wie die von Zuckerberg seinen Charakter.

Schriftliche Aufrufe, die Mauer weniger massiv zu gestalten oder ganz darauf zu verzichten, ließ Zuckerberg demnach wiederholt abreißen.

Andere - darunter auch ein direkter Nachbar - haben mit der Mauer, die offiziell lediglich als Lärmschutz dienen soll, weniger Probleme. Sie halten sie sogar für attraktiv.

Dass Zuckerberg einlenken wird ist unwahrscheinlich. Schließlich ist auch er daran interessiert, seine Privatsphäre und die seiner Familie zu schützen, die ansonsten sicher so manch neugierigem Blick ausgesetzt wäre.

Um sich vor unliebsamen Einblicken zu schützen, hat er schließlich auch die Kamera seines Laptops sowie die Mikrofon mit Klebeband überklebt, wie kürzlich bekannt wurde.

Vor einigen Jahren hatte Zuckerberg noch vollmundig verkündet, dass Privatsphäre heutzutage "keine soziale Norm" mehr sei. Für sich selbst und seine Familie sieht er das mittlerweile offensichtlich etwas anders.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung