Donnerstag, 21. November 2019

Logistik Die Angst der Paketdienste vor Amazon

Logistik: Wie die Paketdienste versuchen, der Päckchenflut Herr zu werden
DPA

4. Teil: Widerstand zwecklos

Angeblich soll der Händler für seinen Dienst "Amazon Prime Now" die besten Fahrer gleich mehrerer Kurierdienste abgeworben haben. Diese könnten die Ware vom kürzlich von dem Onlinehändler angemieteten Gebäude in direkter Nähe des Empire State Buildings quer durch die Stadt transportieren.

Dass so ein Service bei den latent knauserigen Deutschen Kunden auf riesige Resonanz stoßen würde ist zwar aktuell wenig wahrscheinlich. Diesen Anspruch scheint Amazon bei seinen bisherigen Projekten allerding auch gar nicht zu verfolgen. Und muss der Konzern auch gar nicht. Die Vollversorgung übernehmen ja andere.

Denn auch wenn Amazon bei den Logistikern einen Ruf als Preisdrückers hat. Gegen den US-Konzern mit seiner massiven Marktmacht aufzubegehren, dürfte wohl kaum einer wagen. Nicht die Royal Mail, die die Zusammenarbeit mit ihrem bedeutendsten Kunden Amazon nach deren Same-Day-Service-Start sogar noch intensivierte. Und wohl auch nicht DHL. Auch wenn diese Amazon aufgrund ihrer globalen Marktmacht schon eher etwas entgegenzusetzen hätten.

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, bemüht man sich um Innovationen - von Paketkasten über den an der Haustür befestigbaren Paketbutler bis hin zur Same-Day-Delivery, wie sie DHL aktuell zusammen mit Ebay in Berlin erprobt.

Und selbst was die Fahrzeugflotte angeht, ist man bei DHL um stetige Neuerungen bemüht. Vor wenigen Tagen übernahm DHL das Startup Streetscooter. Das soll künftig neben elektrischen Lieferwagen auch umweltschonende Pedelecs und Trikes entwickeln, mit denen DHL-Boten dann noch schneller und ohne lästige Parkplatzsuche für Amazon Päckchen ausliefern können.

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