Freitag, 26. April 2019

Letztes gemeinsames Quartal mit Paypal Ebay stößt Firmenkundensparte mit Verlust ab

Künftig getrennt: Ebay hat Paypal groß gemacht - und umgekehrt

Der letzte gemeinsame Geschäftsbericht von Ebay und Paypal ist von Trennungsschmerz geprägt. Ebay kehrt zu seinen Wurzeln als Online-Kaufhaus zurück und muss den Konkurrenzkampf mit Rivalen wie Amazon künftig alleine bestreiten.

Einen Tag vor der geplanten Abspaltung des lukrativen Bezahldienstes Paypal kündigte der US-Internet-Konzern Börsen-Chart zeigen am Donnerstag auch den Verkauf seines Firmenkundengeschäfts an: Für 925 Millionen Dollar geht die Sparte an Finanzinvestoren. Das Ebay-Geschäft mit der Betreuung von Online-Shops anderer Unternehmen lahmte zuletzt.

Das Firmenkundengeschäft wird von einem Konsortium unter Leitung der Beteiligungsgesellschaft Permira übernommen. Die Ebay-Sparte ist auf die Entwicklung und den Betrieb von Online-Shops anderer Unternehmen spezialisiert. Doch weil immer mehr Firmen ihre Internetgeschäfte selbst organisieren, verlor der Bereich Kunden - zuletzt den Spielzeug-Anbieter ToysRUs.

Vor vier Jahren hatte Ebay noch 2,4 Milliarden Dollar für die Sparte gezahlt, die einst GSI Commerce hieß. Weil sie zuletzt noch mit einem höheren Wert in der Bilanz stand, wurde eine Abschreibung von 800 Millionen Dollar fällig, was den Gewinn des zweiten Quartals um 88 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres auf 83 Millionen Dollar schmelzen ließ.

Paypal füllt zum Abschied noch einmal die Kasse

Der Konzernumsatz stieg zur gleichen Zeit jedoch um 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Das lag vor allem an den weiterhin boomenden Zahlungsdiensten von Paypal. Der Umsatz im Kerngeschäft "Marketplace" ging dagegen um 3 Prozent zurück - nicht zuletzt wegen des starken Dollar. Um Währungseffekte bereinigt erhöhten sich die Erlöse um 3 Prozent.

Bei Paypal hatten Aktionäre mit dem Verweis auf bessere Zukunftsperspektiven auf einen Alleingang des Umsatzbringers gedrängt.

Für Paypal machte eBay im Jahr 2002 1,5 Milliarden Dollar locker und sicherte sich so den Bezahldienst schon kurz nach dessen Börsengang. Über den 1998 gegründeten Dienst können Kunden ihre Online-Einkäufe auf verschiedensten Internetseiten abwickeln. Vom 20. Juli an soll Paypal wieder an der Börse gehandelt werden, den Wert des Unternehmens schätzen Analysten auf bis zu 40 Milliarden Dollar. Vor allem Ebay-Großaktionär Carl Icahn hatte auf eine Abspaltung des rasant wachsenden Bezahldienstes gedrängt.

Wie es nach dem Verkauf des Firmenkundengeschäfts und der PayPal-Abspaltung mit dem Ebay-Rest weitergeht, ist offen. Analysten sehen auch für die traditionellen Auktionen und Marktplätze allein eine Zukunft: Ebay werde zwar bei weitem nicht so rasant wachsen wie Paypal, sagte Gil Luria von Wedbush Securities. Es handele sich aber um ein rentables Geschäft. Unter Beobachtern wurde aber auch ein Verkauf für möglich gehalten. Als potenzielle Interessenten gelten Amazon Börsen-Chart zeigen, der chinesische Web-Händler Alibaba Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen.

Parallel zur Schrumpfkur kündigte Ebay am Donnerstag auch einen Aktienrückkauf im Volumen von einer Milliarde Dollar an. Auch das gefiel Anlegern, Ebay-Aktien stiegen um 5 Prozent.

ak/rtr

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