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Verkaufsmaschine "Fire Phone": Das kann Amazons Smartphone

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Ladenhüter-Gerüchte Amazon verschleudert Fire Phone

Das Fire Phone ist offenbar kein Verkaufsschlager in den USA. Hierzulande bietet Amazon das Gerät gleich zum Schleuderpreis an. Geld verdienen will der Konzern über die Nutzung - schließlich ist das Smartphone in erster Linie eine Amazon-Verkaufsmaschine.

Berlin - Amazon setzt zum Deutschland-Start seines Fire Phone auf einen Kampfpreis. Das Smartphone wird ab mittleren Tarifen bei der Deutschen Telekom  bereits für einen Euro verkauft. Auch in den USA kappte Amazon  gut einen Monat nach dem Start den Preis mit Mobilfunk-Vertrag von 199 Dollar auf 99 Cent. Zuletzt hatte es Spekulationen über schwache Verkäufe des Fire Phone gegeben.

"Amazon versucht schon seit vielen Jahren, die Preise niedrig zu halten", sagte Manager Ian Freed, der für das Fire Phone zuständig ist. "Wir wollen das Geld verdienen, wenn die Kunden das Gerät nutzen und nicht, wenn sie es kaufen", sagte Freed. Er kommentierte nicht die Schätzungen, wonach in den USA gut einen Monat nach dem Start nur rund 35.000 Amazon-Telefone im Einsatz seien. Branchenbeobachter waren durch die Auswertung von Daten zur Internet-Nutzung auf diese Zahl gekommen.

Amazon wagt sich mit seinem Smartphone in einen heftig umkämpften Markt. Samsung  ist der weltgrößte Smartphone-Anbieter und auch in Deutschland die Nummer eins. Apple  ist mit seinem iPhone stark in der Klasse der Premium-Smartphones, auf die auch Amazon zielt. Heute Abend dürfte Apple ein neues iPhone-Modell sowie möglicherweise eine Computer-Uhr vorstellen.

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Amazon will Verbrauchern das Fire Phone mit zusätzlichen Diensten und neuartigen Funktionen schmackhaft machen. Unter anderem bekommen die Nutzer uneingeschränkten Online-Speicherplatz für Fotos. Für ein Jahr gibt es den Service Prime mit einem Abo-Zugang zu Filmen und Videos sowie kostenlosen Amazon-Lieferungen.

Alle Wege führen zurück zu Amazon

Eine der neuen Funktionen heißt "Firefly" und ist eine Art Suchmaschine für die reale Welt. Fotografiert man damit einen Gegenstand, kann man zum entsprechenden Produkt im Amazon-Angebot kommen. Man braucht insgesamt nur vier Klicks, um einen Artikel auf diese Weise bei Amazon zu bestellen. "Firefly" kann aber auch bis auf die einzelne Serienfolge genau erkennen, welche Sendung gerade im Fernsehen läuft und funktioniert ebenfalls für Musik und Kunstwerke. Außerdem kann man damit Text, Telefonnummern und QR-Codes einlesen.

Das Telefon passt das Bild auf dem Display an die Augenposition des Nutzers an. Menüs können auch mit Kipp-Bewegungen ausgeklappt werden. In Rezensionen zum US-Start im Juli waren die Umsetzung der neuen Funktionen und die Bedienung zum Teil auf harsche Kritik gestoßen.

Amazon-Manager Freed will sich davon nicht beirren lassen. "Wenn man Innovationen auf den Markt bringt, gibt es Leute, die sie mögen - und Kritiker." Es sei wichtig, dass die Kunden das Gerät mögen. "Der Rest kommt dann von allein." So sei auch das erste Kindle-Lesegerät, für das er beim Start im Jahr 2007 zuständig gewesen sei, kritisiert worden - habe sich aber bei den Verbrauchern durchgesetzt.

Sowohl bei "Firefly" als auch bei der Display-Technik gibt es Schnittstellen für App-Entwickler. Bisher nutzten unter anderem Anbieter von Smartphone-Spielen diese Möglichkeit. Bei der Hilfsfunktion "Mayday" lässt sich per Video ein Amazon-Mitarbeiter ansprechen, der auch die Bedienung des Smartphones übernehmen kann. Wenn es um Fragen zu Netz oder Tarifen geht, kann erstmals auch ein Telekom-Mitarbeiter ebenfalls mit Bild zugeschaltet werden, sagte der Marketingchef von Telekom Deutschland, Michael Hagspihl.

ts/dpa-afx

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