Samstag, 20. April 2019

Yapital kooperiert mit Total Ottos Hoffnungsträger - Tankstellen und Apple Pay

Künftig kann man mit Yapital auch an allen deutschen Total-Tankstellen zahlen

Die Otto-Tochter Yapital sollte die deutsche Antwort auf Paypal sein. Doch die Kunden bleiben zurückhaltend. Eine Kooperation mit dem Ölkonzern Total soll das ändern. Auch von Apple erhofft sich Yapital Rückenwind.

Hamburg - Es ist schon eine liebgewordene Tradition: Jedes Jahr aufs Neue rufen Experten und diejenigen, die sich dafür halten, den Durchbruch des mobilen Bezahlens aus. Spätestens mit der Vorstellung von Apple Pay im September lebten diese Hoffnungen wieder auf - allein durch dieMarktmacht Apples, so die Hoffnung, könnte die neue Technologie endlich abheben.

Bei der Otto-Tochter Yapital, die seit 2013 mobile Bezahllösungen anbietet, ist bereits so etwas wie ein Apple-Effekt zu spüren. Und das, obwohl Apple seine Bezahllösung in Deutschland noch gar nicht anbietet.

"Wir merken durch die Apple-Pay-Diskussion, dass die Aufmerksamkeit größer geworden ist", sagt Yapital- Vizepräsident Niels Lohmüller, bei der Otto-Tochter für Geschäftsentwicklung und Vertrieb verantwortlich. "Die Nutzerzahlen steigen an. Und nun gehen auch die Handelsunternehmen den Schritt."

Kunden können inzwischen bei Handelsketten wie Douglas, Görtz, den hauseigenen Marken wie Otto oder Sport Scheck sowie den meisten Rewe-Läden bargeldlos mit Yapital bezahlen - und künftig auch bei allen deutschen Total-Tankstellen. Der große Durchbruch lässt dennoch auf sich warten.

Eine massive Werbeaktion hat Yapital bislang auch noch nicht gestartet. "Momentan sind wir dabei, die Händlerseite flächendeckend zu aktivieren", sagt Lohmüller. "Dann kommen die Konsumenten."

Doch das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg sieht sich auf einem guten Weg. Täglich schließe man rund 20 bis 30 Verträge mit neuen Händlern ab und sei an mehr als 30.000 Kassenplätzen präsent. Dazu, wie oft die App tatsächlich verwendet wird, äußert sich das Unternehmen gegenüber manager magazin online nicht.

"Klar haben wir eine Chance gegen Apple"

Dass Apple Pay die Otto-Tochter bei einem Marktstart in Deutschland vom Markt drängen würde, glaubt Lohmüller nicht. "Klar haben wir eine Chance gegen Apple, sonst müssten wir hier gar nicht antreten", sagt er. "Die deutsche Handelslandschaft ist sehr speziell." Am Point of Sale habe die Otto-Tochter schon jetzt gegenüber sämtlichen Konkurrenten "die Nase vorn", betont er.

Dass Yapital auf absehbare Zeit Erlöse in die Kassen des unter einem drastischen Gewinnrückgang leidenden Otto-Konzerns spülen wird, ist angesichts hoher Technologieausgaben und geringer Margen allerdings unwahrscheinlich.

Die Datenhoheit nicht Drittten überlassen

"Primär geht es strategisch darum, die Schnittstelle zwischen Händler und Nutzer zu verteidigen - um die Datenhoheit nicht Dritten zu überlassen, die damit Geschäfte machen", erläutert Lohmüller. Erst später ginge es darum, damit auch Geld zu verdienen. Aber: "Wir sind ein Familienunternehmen, das nicht an der Börse den Aktionären gefallen muss."

Letztlich werde sich derjenige Anbieter durchsetzen, " der die Vorgänge am einfachsten hinbekommt", sagt Lohmüller. Deshalb experimentiert das Unternehmen, das aktuell mit dem QR-Code arbeitet, auch mit neuen Technologien. Unter anderem auch mit der - auch von Apple verwendeten - Identifikation per Fingerabdruck.

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