Fahrdienst Juno wirbt um Fahrer Neuer Konkurrent zielt auf Ubers Schwachstelle

Uber-Fahrer: In den USA geht neue Konkurrenz an den Start

Uber-Fahrer: In den USA geht neue Konkurrenz an den Start

Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT/ AFP

Beim Fahrdienstvermittler Uber kracht es aktuell ziemlich im Gebälk. In China setzt die Konkurrenz dem US-Startup aktuell so zu, dass Uber dort pro Jahreine Milliarde Dollar verbrennt.  In Europa muss sich der Fahrdienstvermittler weiterhin mit Protesten und Verboten  herumschlagen. Und in den USA landete der Fahrdienst erst gerade wieder in den Negativ-Schlagzeilen, weil ein Mann, der im US-Bundesstaat Michigan mutmaßlich sechs Menschen erschossen haben soll, zwischen den Angriffen als Uber-Fahrer Passagiere beförderte.  Und zusätzlich mehren sich angesichts sinkender Fahrpreise nun auch Proteste von Uber-Fahrern, die sich von dem Unternehmen übervorteilt sehen und über sinkende Einnahmen klagen.

Genau diese Schwachstellen willen sich ein neues Startups namens Juno  nun zu Nutze machen.

Das Versprechen: Statt bis zu 30 Prozent vom Fahrpreis wie Uber will Juno nach Angaben seines Gründers Talmon Marco nur 10 Prozent vom Fahrpreis nehmen . Und nicht nur das.

Die Fahrer sollen auch direkt am Unternehmen beteiligt werden. 50 Prozent der Gründeraktien sollen für die Fahrer reserviert sein, kündigt das Unternehmen, das angeblich bereits Räume im World Trade Center One angemietet hat, auf seiner Internetseite an . Ein Anteil, der im Laufe der weiteren Finanzierung allerdings massiv verwässert werden dürfte.

50-Prozent der Gründer-Aktien für die Fahrer

Fahrten vermittelt das Unternehmen, hinter dem mit Marco ein erfahrener Gründer steht noch nicht. Allerdings zahlt es Uber-Fahrern offenbar 25 Dollar wöchentlich, wenn diese die App bei ihren Fahrten für Uber mit in den Wagen nehmen.

Ein Weg für Juno, erste Daten über den Markt, die Stoßzeiten und häufigsten Routen zu sammeln. Und: Wer für Juno fahren will, muss eine Bewertung von mehr als 4,7 Sternen vorweisen (einen Wert, auf den es allerdings auch der Amok-Schütze aus Kalamazoo in Michigan brachte).

Talmon Marco ist kein unbeschriebenes Blatt in der Szene. Der israelisch-amerikanische Unternehmer war Mitgründer un CEO der Messaging-App Viber, die der japanische Onlinehändler Rakuten 2014 für angeblich 900 Millionen Dollar übernommen hatte.

Wie genau das Angebot von Juno aussehen wird, und wann genau es im "Frühling 2016" an den Start gehen wird, ist noch unklar. Mehr als dass die geplante App "vielfältige Fähigkeiten" haben werde, "die es von anderen Diensten unterscheiden werden" verriet Marco nicht. Lediglich, dass bereits mehr als tausend Fahrer sich bei dem neuen Start-up registriert hätten.

Cleverer PR-Schachzug

Was die PR angeht, geht Juno extrem geschickt vor. Von "Forbes"  über CNBC bis zu CNN Money  berichteten diverse Medien über den noch inaktiven Fahrdienstvermittler. Und gaben Mitgründer Marco Raum, über dessen selbsterklärte Fahrerbeglück-Mission und seine "ethische und sozial verantwortliche" Uber-Alternative kostenlos die Werbetrommel zu rühren.

Damit hat Juno, die nach eigenen Angaben bislang einen zweistelligen Millionenbetrag eingesammelt haben, zumindest schon einmal ordentlich Geld gespart.

Doch der bereits vor sieben Jahren gegründete Konkurrent Uber ist schon um einiges weiter. Hat mehr als 10 Milliarden Dollar eingesammelt und mit mehr als 60 Milliarden bewertet.

Was Metaphern angeht, steht Juno-Gründer Uber-CEO Travis Kalanick, der einst eine Kampagne gegen das "Arschloch taxi" ausgerufen hatte, jedenfalls in nichts nach.

Uber sei der 800-Pfund-Gorilla, gegen den es nun anzugehen gelte, sagte Marco "CNN Money".  Kein Zufall, dass er seinem Startup den Namen Juno gegeben hat. Den Namen einer römischen Göttin, die für Fürsorge steht.

Marco selbst scheint indes keine Sorgen zu haben, dass es für Juno mittlerweile zu spät sein könnte. "Die Leute haben auch gedacht, dass der Markt längst gesättigt sei als Google mit der Suche angefangen hat", zitierte ihn CNN Money. "Dabei gibt es einige Vorteile, wenn man als zweiter zur Party kommt. " Schließlich, so Marco. könne man so aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

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