Samstag, 19. Oktober 2019

Postmates CEO Bastian Lehmann Dieser Deutsche will Uber an die Börse folgen

Postmates-CEO Bastian Lehmann

Dass der deutsche Start-up-Gründer Bastian Lehmann nachts von der Börse träumt, dürfte eher unwahrscheinlich sein - und das nicht nur, weil der Anfang 40-Jährige vor kurzem Vater geworden sein soll. Auf seinen Social-Media-Kanälen präsentiert sich der gebürtige Westfale gerne als Macher. Er liebe es, Ideen und Produkte zu kreieren und habe "keinen Respekt vor dem Status-quo", schreibt er etwa auf Linkedin. Auf seinem Twitter-Profil präsentiert er sich als eingefleischter Sneakers-Fan. Und in Interviews hat er klargemacht, dass "Konzernsklave" für ihn nie ein attraktives Berufsziel war.

Und dennoch: Aktuell sieht es ganz danach aus, als ob sich Lehmann schon im Frühherbst mit seinem Unternehmen an die Börse begeben könnte. Erwartet worden war dieser Schritt schon lange. Den geheimen IPO-Antrag hatte das Start-up bereits Anfang des Jahres gestellt. Doch nun, so die US-Seite "Techcrunch", scheint es auf einen Börsengang noch im dritten Quartal hinauszulaufen.

In Deutschland vielen unbekannt, hat Bastian Lehmann in den USA eine Marke aufgebaut, die sich breiter Bekanntheit erfreut. Postmates, eine 2011 gegründete Plattform, ist so etwas wie ein Uber für Lieferungen. Das Prinzip: Ein Kunde bestellt etwas - und Kuriere holen die Ware ab und liefern sie zeitnah beim Kunden ab. Gesteuert wird das Ganze per Algorithmus. Wer am nächsten dran ist und am schnellsten liefern kann, bekommt den Auftrag. Geliefert wird, was die Kunden wünschen: Vom Essen über Getränke bis hin zum Smartphone oder Aufladekabel.

Postmates ist nicht Lehmanns erste Gründung - aber seine bislang erfolgreichste. Als dieser das Unternehmen 2011 mit seinen Mitgründern Sean Plaice und Sam Street in San Francisco aus der Taufe hob, war er mit über 30 für einen Gründer schon in einem fortgeschrittenen Alter. Andere Projekte - unter anderem eine Auktionsplattform und ein Start-up, bei dem Nutzer Menschen mit ähnlichen Interessen folgen können sollten, waren meist von kurzer Lebensdauer.

Was Lehmann und seine Mitgründer nicht davon abhielt, es mit Postmates noch einmal zu versuchen. Die Idee zu der Lieferplattform soll Lehmann der Legende nach bei seinem eigenen Umzug von München nach London gekommen sein, bei dem er ein Snowbord vergessen hatte. Der Versand war teuer. Eine Art Mitfahrdienst für Waren, das hätte er damals gebraucht.

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