Donnerstag, 22. August 2019

Unify-Chef Dean Douglas "Projekt Ansible als Ausdruck des Wandels"

Unify-Chef Dean Douglas: Keine Übernahmekandidaten "am Horizont" zu sehen

Der Chef des Kommunikationsdienstleisters Unify, Dean Douglas, spricht über die Siemens-Vergangenheit des Konzerns und das Hoffnungsprojekt Ansible. Außerdem erklärt er, warum er aufstrebende Wettbewerber wie Google und Microsoft nicht fürchtet.

mm: Herr Douglas, als Sie hörten, dass Facebook den Messenger-Dienst Whatsapp für 19 Milliarden Dollar übernimmt, was haben Sie da gedacht?

Douglas: Ist das nicht unglaublich? Das hat mich glatt umgehauen! Von Facebook war das allerdings ein guter Schachzug. Sie bewegen sich in einem verbraucherorientierten Umfeld, bei dem es auf Markenbindung ankommt. Und sie haben gesehen, dass sich die Nutzer wegbewegt haben von ihrer Marke hin zu einem der Wettbewerber. Bei Instagram haben Sie es ja ähnlich gemacht.

mm: Whatsapp ist mit seinen 50 Mitarbeitern mehr wert als Unify mit seinen 3000 Mitarbeiter allein in Deutschland. Was ist da schief gelaufen?

Douglas (lacht) : "Absolut gar nichts. WhatsApp ist ein ganz anderes Business. Jeder hat seine Prioritäten. Unser Markt der Unternehmenskommunikation funktioniert nicht so wie der sehr agile Verbraucherbereich. Dafür können sich unsere mehr als vier Millionen Anwender sicher sein, dass wir ihre Kontaktdetails nicht preisgeben.

mm: Unify will die Kommunikation und Zusammenarbeit in Firmen vereinheitlichen. Whatsapp gehört für viele Mitarbeiter zum Alltag. Ist es überhaupt möglich, solche Dienste in die Firmenkommunikation zu integrieren?

Douglas: Nicht nur Unify, sondern alle Unternehmen, die in diesem Geschäft erfolgreich sein wollen, müssen damit umgehen, dass die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung Millennials sind...

mm: ... Menschen also, die mit dem Internet aufgewachsen sind.

Douglas: Diese Mitarbeiter gehen anders zur und an die Arbeit als ich es zu Beginn meiner Karriere getan habe. Der Markt für Unternehmenskommunikation ist heute anspruchsvoller. Deshalb stellen wir auf der Cebit unsere neue Kommunikationsplattform "Project Ansible" vor. Dahinter steht der Gedanke, die verschiedenen Wege, wie heute kommuniziert und zusammengearbeitet wird, auf einer Plattform und geräteübergreifend zu vereinen.

mm: Können Sie alle Messenger, Internettelefondienste und sozialen Netzwerke einbinden?

Douglas: Wir werden es herausfinden. Aber es ist genau das, was wir mit "Project Ansible" anstreben. Und wir arbeiten daran, dieses Versprechen zu erfüllen.

mm: Wann wird die Anwendung für alle Ihre Kunden erhältlich sein?

Douglas: Das wird noch 2014 der Fall sein. Wir wollen allerdings, dass das Produkt nicht nur für Kunden zur Verfügung steht, die gezielt Cloud-Angebote suchen, sondern auch für unsere Bestandskunden. Daran arbeiten wir noch.

mm: Wofür steht eigentlich Ansible?

Douglas: Der Begriff stammt aus einem Science-Fiction-Roman der Sechziger Jahre. Er beschreibt einen Mechanismus, der es ermöglicht, Gespräche und Informationen schneller als das Licht zu übertragen.

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