Mittwoch, 22. Januar 2020

Unify-Chef Dean Douglas "Projekt Ansible als Ausdruck des Wandels"

Unify-Chef Dean Douglas: Keine Übernahmekandidaten "am Horizont" zu sehen

2. Teil: "Wir sehen uns als Unternehmen, das unabhängig von Siemens im Markt agiert"

mm: Sie haben sich bei der Entwicklung von Ansible von den Designern des US-Unternehmens Frog beraten lassen. Was haben diese beigetragen?

Douglas: Alles begann mit der Absicht, die Benutzeroberfläche unserer Produkte zu vereinfachen. Dabei stellte das Team um den damaligen CEO Hamid Akhavan fest, dass das tatsächliche Potenzial in der User Experience liegt und nicht nur im User Interface. Daher wurde Frog mit ins Boot geholt, um Bedienoberflächen und Benutzerführung zu entwickeln.

mm: Ansible ist die erste Produktentwicklung unter dem neuen Konzernnamen Unify, der die Firmierung als Siemens Enterprise Communications abgelöst hat. Was bleibt von Siemens übrig?

Douglas: Unsere Ingenieure und die Produkte, die von Siemens entwickelt worden sind, auch die Organisationsprozesse, die wir von Siemens übernommen haben, bleiben wichtig. Aber Fakt ist auch, dass wir eine neue Marke geschaffen haben. Und das unterstreicht, dass wir uns als neues Unternehmen begreifen und aufstellen. Project Ansible und künftige Produkte sind Ausdruck dieses Wandels. Wir sehen uns als Unternehmen, das unabhängig von Siemens im Markt agiert.

mm: In der Vergangenheit haben Sie Ihr Geld vor allem mit Hardware verdient, beispielsweise mit Systemtelefonen und Telefonanlagen für Konzerne. Wie schnell wandelt sich das Geschäft hin zur Software?

Douglas: "Project Ansible" ist ja schon eine reine Softwarelösung. Auch bei den anderen Lösungen, die wir im Portfolio haben, ist es meist die Software, die zu einer Differenzierung gegenüber den Produkten und Plattformen unserer Wettbewerber führt.

mm: Werden Sie in zehn Jahren noch Telefone verkaufen?

Douglas: Das ist eine schwierige Frage. Aber denken wir mal an 2004 zurück. Damals hatte ich ein Blackberry und ein Motorola-Handy. Smartphones im heutigen Sinne gab es damals nicht. Heute habe ich ein iPhone. Und ich bin begeistert, mit den verschiedensten Apps auf das Web zugreifen zu können. Wie es in weiteren zehn aussehen wird, das lässt sich heute kaum sagen. Vielleicht werden wir ein hochentwickeltes Headset tragen, vielleicht eine zweite Generation von einem der Google-Geräte nutzen. Oder irgendein neues Unternehmen bringt ein Gerät heraus, das heute niemand auf dem Schirm hat und das die Kommunikation und Zusammenarbeit auf den Kopf stellt.

mm: Der Wandel führt auch dazu, dass Sie sich mit neuen Wettbewerbern messen müssen. Microsoft zum Beispiel, aber auch Google und Blackberry gehören dazu. Wie wollen Sie sich da abheben?

Douglas Unify hat eine Alleinstellung in der Fähigkeit, Echtzeitsprachkommunikation effizient und für eine große Anzahl an Mitarbeitern in einem Unternehmen zu ermöglichen. Wir sprechen dabei von mehreren Zehntausend Nutzern. Die Komplexität solcher Systeme ist groß. Doch damit kennen wir uns gut aus. Wir bieten unsere Produkte aber auch kleineren und mittelgroßen Firmen an, wo der Wettbewerb allerdings größer ist.

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