Sonntag, 31. Mai 2020

Cloud-Telefonanlagen "Perfekte Angriffswaffe für das bislang resistente Ökosystem"

Virtuelle Telefonanlagen: Die wichtigsten Anbieter im Vergleich
REUTERS

2. Teil: "Das Ding wird niemals zum Fliegen kommen"

mm: Sie integrieren ihre Dienste auch in Firmensoftware etwa von Salesforce Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen. Wie läuft hingegen die Zusammenarbeit mit den großen Carriern wie der Telekom Börsen-Chart zeigen oder Vodafone Börsen-Chart zeigen, die ja auch eigene Cloud-Telefonsysteme in Deutschland anbieten?

Koppitz: Wir sind da offen. Mit der Telekom kooperieren wir beispielsweise bei der Integration unserer Telefonanlage in die Microsoft-Kommunikationssoftware Lync. Die großen deutschen Carrier gehen eben immer stärker in die IT rein, zum Beispiel wenn es um das Unified Messaging geht...

mm: …also die Kommunikation über verschiedene Kanäle wie Sprachtelefonie, Chat und Videokonferenzen hinweg.

Koppitz: Weshalb wir auch dabei sind, die großen Systemintegratoren in unser Partnerprogramm zu integrieren. Also zum Beispiel T-Systems, IBM Börsen-Chart zeigen, Fujitsu Börsen-Chart zeigen, Dell Börsen-Chart zeigen, Bechtle Börsen-Chart zeigen oder Atos .

mm: Ihre Ncloudbox unterstützt bislang nur Systemtelefone von Unify, ihrem ehemaligen Arbeitgeber. Ihre einstigen Siemens-Kollegen in München werden sich freuen.

Koppitz (lacht): Ich habe viele nette Anrufe und Mails bekommen. Es waren auch ein paar Bewerbungen dabei. Mein alter Arbeitgeber hat diesen Trend leider verschlafen. Noch schlimmer, sie haben sogar ein Cloud-System entwickelt, das vor einem Jahr aber wieder eingestampft wurde. Dass wir die Ncloudbox zunächst für Unify-Systemtelefone anbieten, hat aber keine persönlichen Gründe. Es liegt daran, dass die größte installierte Basis von Systemtelefonen in Deutschland von Siemens kommt.

mm: Dennoch haben Sie zu Siemens ein besonderes Verhältnis. 2005 haben Sie - damals noch Angestellter im Konzern - sogar mal einen Krimi mit dem Titel "Machtrausch" über einen fiktionalen, börsennotierten Großkonzern in München geschrieben. Kurz nach dessen Veröffentlichung wurden die Korruptionsfälle bei Siemens öffentlich. Hat sich das Buch eigentlich gut verkauft?

Koppitz: Die genauen Zahlen weiß ich gar nicht. Es ist aber ein Longseller, der schon mehrfach neu aufgelegt wurde. Ich bin damals bei Siemens immer wieder mit einem Lächeln darauf angesprochen wurde. Ich musste sogar dann und wann mal ein Buch für meine Kollegen signieren.

mm: Ihrer Karriere hat es jedenfalls nicht geschadet. Sie waren von 2006 bis 2009 in der Geschäftsführung bei Unify, damals noch Siemens Enterprise Communications, für das deutsche Geschäft sowie den weltweiten Business Service verantwortlich. Danach sind Sie zu Dell Börsen-Chart zeigen gewechselt, wo sie das IT-Service-Geschäft in der Region EMEA verantworteten. Wieso haben Sie die Konzernwelt dann im September 2012 mit Ihrem Wechsel zu Nfon hinter sich gelassen?

Koppitz: Da muss ich ein wenig ausholen: Einer der ersten Nfon-Investoren war der Hightech-Gründerfonds, dessen Geschäftsführer zufälligerweise mein Trauzeuge Alex von Frankenberg ist. Er hat mich 2007 angerufen und gefragt, ob ich mal einen Blick auf das Start-ups namens Nfon werfen könnte, in das der High-Tech-Gründerfonds investieren wolle. Er hat mir dann das Profil des Unternehmens geschickt und ich habe ihm damals gesagt: Mach das nicht, das Ding wird niemals zum Fliegen kommen. Fünf Jahre später haben wir dann wieder zusammengesessen und er sagte mir, dass das Unternehmen, was ich damals abgelehnt und in das er trotzdem investiert hatte, einen erfahrenen Vorstandvorsitzenden suchte, der den Gründern zur Seite gestellt werden könnte. So habe ich dann den Staffelstab übernommen.

mm: Also eine ähnliche Konstellation wie bei Eric Schmidt, der bei Google die Geschäfte der Gründer übernommen hat.

Koppitz: Ja, das kann man so sagen. Und es ist ja auch gut gelaufen. Der Nfon-Mitgründer Marcus Otto, von dem ich den Staffelstab übernommen habe, ist auch weiterhin Mitglied des Vorstands.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung