Mittwoch, 22. Mai 2019

Probleme mit "Spectre" und "Meltdown" Intel warnt vor eigenen Sicherheits-Updates

Intel-Chef Brian Krzanich: Sicherheits-Updates bitte nicht benutzen

Der US-Chipriese Intel Börsen-Chart zeigen bemüht sich seit Wochen darum, die schwerwiegenden Sicherheitslücken "Meltdown" und "Spectre" in Computer-Prozessoren zu stopfen - und hat dabei jetzt einen peinlichen Rückschlag erlitten.

Der Branchenriese empfahl allen Unternehmen und privaten Nutzern, seine bisherigen Updates, zwei Patches, die veröffentlicht wurden nicht zu installieren. Sie könnten zu häufigen Neustarts und anderem "unvorhersagbarem Verhalten" führen, hieß es in einem Blogeintrag.

Als Intel vor gut zehn Tagen die Probleme mit wiederholten Neustarts einräumte, hatte der Konzern noch erklärt, zumindest Verbraucher sollten die Software-Updates weiterhin installieren. Nun legte Intels Executive Vice President Navin Shenoy das Problem auf der Website des Unternehmens offen und erklärte, dass er davon abraten würde, die Updates zu installieren.

Verschiedene Chips anfällig

"Ich entschuldige mich für jedes Problem, das diese Änderung verursachen könnte" so Shenoy auf der Website des Unternehmens. Das Problem ist seit Wochen bekannt und es hagelte bereits Beschwerden von Kunden. Allerdings hatte Intel stets beteuert, dass der typische PC-Benutzer keine Verlangsamungen oder Änderungen im Ablauf bemerken sollte.

Durch die Sicherheitslücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Die Schwachstelle steckt in einem branchenweit angewendeten Verfahren, das die Chips schneller machen sollte.

Deswegen sind Prozessoren verschiedener Hersteller anfällig. Intel-Chips waren aber auf breiter Front betroffen. "Meltdown" war vor allem für Chips von Intel sowie für die ARM Chips anfällig, während "Spectre" fast jeden modernen Computer beeinflusste.

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Der Konzern erklärte nun, die Ursache der Probleme mit den Updates sei gefunden. Wann es korrigierte Aktualisierungen gebe, werde voraussichtlich diese Woche mitgeteilt. Laut Intel wurden neue Microcode-Updates bereits an die Partner weiter gegeben.

Leo/dpa/reuters

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