Was Influencer verdienen 50.000 Dollar für eine Stunde Zocken

Chiara Ferragni ist eine der erfolgreichsten Influencerinnen der Welt und setzt mit ihrem Blog, ihrer eigenen Modelinie und Kooperationen im Lifestyle-Bereich heute Millionen um. Auf Instagram folgen ihr 16,6 Millionen Menschen.

Chiara Ferragni ist eine der erfolgreichsten Influencerinnen der Welt und setzt mit ihrem Blog, ihrer eigenen Modelinie und Kooperationen im Lifestyle-Bereich heute Millionen um. Auf Instagram folgen ihr 16,6 Millionen Menschen.

Foto: Getty Images

Dass auch im neunten Jahr des Bestehens von Instagram der Beruf "Influencer" noch immer umstritten ist, zeigte zuletzt ein Auftritt der Influencerin und Fußballergattin Cathy Hummels. Nachdem eine Richterin bei einem Prozess wegen möglicher Schleichwerbung erklärt hatte "früher war Influenza eine Krankheit, heute ist es ein Berufsbild", forderte Hummels über Instagram endlich Anerkennung für ihren Job. Wenig überraschend also, dass "Stars" wie Caro Daur, die neben ihren Social-Media-Aktivitäten auch für Zeitschriften posiert, auf Modeschauen läuft und konzeptionell arbeitet, sich eher als Unternehmerin oder Entertainerin denn als Influencerin sehen. 

Doch ungeachtet des Ringens um Begrifflichkeiten: Das Geschäft mit den Social-Media-Testimonials boomt. Immer mehr Unternehmen nutzen die Reichweite von Social-Media-Stars, deren Ansehen und Glaubwürdigkeit bei den Fans, um für ihre Produkte zu werben.

Um Unternehmen einen Eindruck davon zu geben, was Influencer-Marketing kostet, hat der US-Marktforscher Klear bei einer Umfrage unter mehr als 2500 Teilnehmern ermittelt, wieviel Influencer für welche Promotionsart kassieren. 

Männer posten weniger - und verdienen mehr

Dabei fällt auf, dass Männer deutlich höhere Prämien kassieren als ihre weiblichen Pendants. Und zwar - über sämtliche Kanäle betrachtet - mit 351 Dollar gegenüber 459 Dollar rund 30 Prozent mehr. Dabei machen Männer laut Klear nur 23 Prozent der Influencer-Industrie aus.

Prinzipiell spielt bei der Bezahlung wenig überraschend die Followerschaft eine entscheidende Rolle. Die Marktforscher differenzieren dabei zwischen Nano-Influencern mit 500 bis 5000 Followern, Micro-Influencern mit 5000 bis 30.000 Followern, Power-Influencern mit 30.000 bis 500.000 Followern und Influencer-Celebrities mit mehr als einer halben Million Fans.

Follower-Qualität wird wieder wichtiger

Die lukrativste Plattform der Untersuchung ist dabei ist eindeutig die Facebook-Tochter Instagram. Auf ihr spielen Influencer zwischen 43 Dollar (Durchschnittswert für eine Insta-Story eines Nano-Influencers) und mehr als 3130 Dollar (Durchschnittwert für ein Insta-Video eines Celebrity-Influencers) ein. Insgesamt sind Video-Posts dabei am teuersten. So genannte "Stories", ein Format, in dem Beiträge nach 24 Stunden wieder verschwinden, gewinnen allerdings aktuell massiv an Beliebtheit.

Deutlich teurer als Instagram ist momentan noch Youtube. Hier reichen die durchschnittlichen Werbepreise laut "Klear" von 315 Dollar für Nano-Influencer bis zu fast als 3900 Dollar für sogenannte Celebrity Influencer. Facebook-Post sind mit Preisen zwischen 31 Dollar (Nano-Influencer) bis 2400 Dollar (Celebrity-Influencer) deutlich günstiger.

Generell gilt: je länger das Video, desto teurer.

Intimität wird begehrter

Dabei sind die rund 3900 Dollar pro Post im Celebrity-Bereich allerdings nicht mehr als eine Durchschnittzahl. Wirklich prominente Influencer mit mehreren Millionen Followern kassieren oft deutlich mehr - durchaus auch einmal sechsstellige Beträge für einen Post.

Allerdings interessieren sich Branchenbeobachtern zufolge viele Marken mittlerweile stärker für Nano- und Mikro-Influencer, weil sie sich von deren Anhängerschaft mehr Engagement erhoffen.

Auch wenn die Influencer-Industrie in den USA schon weiter ist. International spielt Deutschland der Untersuchung zufolge durchaus vorne mit - und zwar auf Platz vier hinter den USA, Großbritannien und Kanada. Laut Klear kassieren die Influencer hierzulande rund 80 Prozent dessen, was ihr US-amerikanischer Gegenpart einnehmen würde.

50.000 Dollar für eine Stunde zocken

Neue Formen, wie bezahltes Live-Streaming des Spielens gerade erschienener Computerspiele zu Werbezwecken durch die Stars der Szene, wie es in der Gaming-Branche mittlerweile üblich ist, wurde von der Studie indes nicht erfasst. Hier sind Berichten zufolge bei bestimmten Celebrity-Streamern Stundenraten von bis zu 50.000 Dollar üblich. 

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