Donnerstag, 23. Mai 2019

Trotz internationaler Kritik Huawei sieht sich bei 5G-Ausbau vorn

Huawei-Zentrale in Shenzhen (China) : 5G soll der neue Mobilfunkstandard werden, ohne den viele Zukunftsprojekte wie etwa autonom fahrende Taxis in Großstädten wohl keine Realisierungschance haben

Aller Kritik und Verdächtigungen zum Trotz: Der Netzwerkausrüster Huawei zieht offenbar beim ultraschnellen neuen Mobilfunkstandard 5 G einen Auftrag nach dem anderen an Land. Der Konzern erwarte dieses Jahr mehr als 100 Milliarden Dollar Gesamtumsatz.

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Huawei sieht sich trotz der Sicherheitsbedenken in vielen Ländern beim Ausbau der 5G-Netze vorn. Es seien bereits mehr als 25 Verträge für den neuen Mobilfunkstandard geschlossen worden, teilte der chinesische Technologieriese am Dienstag mit. Angaben zu den Kunden machte er nicht.

Im November lagen laut Huawei 22 5G-Aufträge vor. Mehr als 10.000 Basisstationen für die fünfte Mobilfunkgeneration seien bereits ausgeliefert. Huawei werde in diesem Jahr wohl mehr als 100 Milliarden Dollar Umsatz einfahren, sagte Chairman Ken Hu. Vergangenes Jahr hatte der zuletzt wegen der Festnahme seiner Finanzchefin in Kanada in die Schlagzeilen geratene Konzern 92 Milliarden Dollar Umsatz erzielt.

Huawei war wegen Sicherheitsbedenken in Ländern wie Australien und Neuseeland vom 5G-Ausbau ausgeschlossen worden. In den USA hat Huawei seit langem kaum Bewegungsfreiheit und erhält unter anderem keine Regierungsaufträge.


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Geheimdienste werfen dem Unternehmen Verbindungen zur chinesischen Regierung vor und vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür für das Auskundschaften von Staats- oder Firmengeheimnissen haben. Huawei wies die Vorwürfe wiederholt zurück und betonte auch am Dienstag, die Regierung in Peking nehme keinerlei Einfluss. Huawei habe zu Regierungen auf der ganzen Welt Kontakt aufgenommen, um die Unabhängigkeit des Konzerns deutlich zu machen. Anfang kommenden Jahres solle ein Zentrum zur Sicherheitstransparenz in Brüssel eröffnet werden.

rei/Reuters

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