Mittwoch, 20. November 2019

Huawei, Google und die Folgen Wie Donald Trump das Silicon Valley demontiert

Donald Trump (r.) mit Größen aus dem Silicon Valley im Jahr 2016: Amazon-Chef Jeff Bezos, Alphabet-Chef Larry Page, Facebook-Vorstand Sheryl Sandberg und Vize-Präsident Mike Pence (von links)

Das Silicon Valley ist der Ort, an dem die Zukunft gemacht wird. Das Mekka der Digitalisierung. Der Ort, an dem scheinbar Unmögliches wahr wird. So jedenfalls der Mythos. Doch Donald Trump setzt aktuell alles daran, diesen Mythos zu zerstören. Seine Einwanderungspolitik schreckt kluge Köpfe davon ab, ihr Leben in den USA zu planen. Und sein unnützer Streit mit Huawei und China könnte dazu führen, dass die USA technologisch weit zurückfallen.

Das Silicon Valley lebt(e) vom Gründergeist der Einwanderer

Was würde Donald Trump spontan zum Profil dieser Einwanderer sagen?

  • Kandidat 1 wurde in Moskau geboren. Seine Eltern verließen Russland wegen des verdeckten Antisemitismus, der eine akademische Karriere erschwerte.
  • Kandidat 2 stammt aus Südafrika, erhielt seine Ausbildung unter anderem an der Pretoria Boys High School und verließ das Land, weil er nicht in der südafrikanischen Armee dienen wollte.
  • Kandidat 3 kommt aus Indien und ging als Student in die USA. Nicht an eine der Elite-Universitäten wie Harvard oder Standford, sondern an die University of Wisconsin-Milwaukee.
Jens-Uwe Meyer
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    Dr. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Innolytics GmbH, Autor und internationaler Keynote Speaker. Mit 13 Büchern (u.a. "Digitale Gewinner", "Digitale Disruption") und mehr als 250 Artikeln zählt er zu den Vordenkern für Digitalisierung und Innovation in Europa.
    www.jens-uwe-meyer.de

Tatsächlich gehören diese drei Kandidaten zu den ausländischen Spitzenkräften, die die Trump-Regierung unbedingt in die USA locken möchte. Vor allem, wenn man sieht, was aus ihnen geworden ist. Der Erste hat Google mitgegründet, der Zweite ist der prägende Kopf hinter Tesla und der Dritte ist CEO von Microsoft. Die Frage ist eher: Würden diese drei heute noch ins Silicon Valley gehen?

In ihrer Studie Decoding Global Talent 2018 schreibt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group: "Es ist unbestreitbar, welche Auswirkungen die Verschärfung der Handels- und Einwanderungspolitik auf den Ruf der USA als Arbeitsziel und der Brexit auf den britischen Ruf hat."

Viele der erfolgreichen Silicon-Valley-Gründungen sind in den vergangenen Jahren von Immigranten gegründet oder mit aufgebaut wurden. Dem chronischen Mangel an qualifizierten Entwicklern begegnen die USA dadurch, dass sie - wie es die "Washington Post" formulierte - den Markt für qualifizierte Einwanderer erobert haben.

Der US-Präsident schafft es mit seiner Politik, dass das gute Image der USA bröckelt. Langsam. Noch immer sind die USA das begehrteste Einwanderungsland weltweit. Doch die "New York Times" warnte bereits 2017, dass gerade Technologieexperten das Ende von Amerikas Stellung als Leuchtturm für die besten Erfinder der Welt in Gefahr sehen.

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