Freitag, 20. September 2019

Reduziertes Umsatzziel verfehlt Home24 enttäuscht erneut - Anleger fliehen

Home24-Website: Nicht alle Aufträge konnten 2018 dem Unternehmen zufolge ausgeliefert werden, daher wurde der anvisierte Umsatz nicht erreicht

Der Online-Möbelversender Home24 Börsen-Chart zeigen hat im vergangenen Jahr weniger umgesetzt als zuletzt noch gehofft. Der Erlös dürfte 2018 zwischen 312 und 315 Millionen Euro gelegen haben - das wäre ein um Währungseffekte bereinigtes Plus von 18 bis 19 Prozent, teilte die Rocket-Internet-Beteiligung mit.

Das Geschäft habe nach dem heißen Sommer zwar wie erhofft angezogen, doch das habe nicht gereicht, das Umsatzziel zu erreichen. Das Unternehmen begründete das unter anderem damit, dass nicht alle Aufträge im Dezember ausgeliefert wurden. Somit werde ein Teil des für Dezember vorgesehenen Umsatzes erst im ersten Quartal dieses Jahres realisiert.

Das im Sommer an die Börse gebrachte Unternehmen hatte erst im November die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzplus von rund 30 Prozent auf mehr als 20 Prozent gesenkt. Die erneute Umsatzwarnung vergraulte die Aktionäre: Die Papiere des Berliner Unternehmens brachen am Mittwoch um knapp 11 Prozent auf 10,00 ein. Damit stoppten sie ihren Kurssturz nur knapp über dem bisherigen historischen Tief von 9,60 Euro zu Beginn des Jahres.

Home24 war im Juni des vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Anlegern dürfte die bisherige Kursentwicklung jedoch Tränen in die Augen treiben: Zwar konnte das zum Ausgabepreis von 23 Euro gestartet Papier im ersten Monat zulegen, doch danach ging es konsequent abwärts. Zuletzt kostete die Aktie noch 11,20 Euro - ein Minus von mehr als 50 Prozent. Der Börsenwert des Unternehmens, das noch zu rund einem Drittel Rocket Internet gehört, liegt damit bei knapp 300 Millionen Euro.

Rocket Internet reduziert Anteile an Hellofresh

Auch mit dem Kochboxen-Versender Hellofresh läuft es für Rocket Internet Börsen-Chart zeigen nicht rund. Rocket Internet brachte das Unternehmen im November 2017 zu 10,25 Euro je Aktie an die Börse. Das Papier war dann rasch bis auf knapp 15 Euro gestiegen. Doch seit vergangenem Sommer geht es abwärts, aktuell liegt das Papier bei knapp 7 Euro.

Rocket Internet hat daher nun seine Beteiligung an dem Unternehmen reduziert. Zum 8. Januar hielt die Berliner Startup-Fabrik nur noch 29,88 Prozent an Hellofresh, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Davor hatte der Anteil noch bei 48,71 Prozent gelegen. Bei Hellofresh können Lebensmittelpakete, die auf bestimmte Rezepte zugeschnitten sind, bestellt werden.

mg/dpa-afx

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