Samwers Putzportal wächst heimlich Helpling wischt Wettbewerber vom Markt

Putzkraft: Das Geschäftsmodell, online günstige Haushaltshelfer zu vermitteln, stammt aus den USA

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Mit Millionen im Rücken macht sich das Samwer-Startup Helpling daran, die Konkurrenz wegzuputzen. Am Dienstag gab der Putzkräftevermittler die Übernahmen von gleich zwei Wettbewerbern bekannt: des deutschen Marktpioniers Cleanagents sowie Familienhelfer.de aus dem bayerischen Landsberg am Lech. Beide Unternehmen, die das Samwer-Startup nach den Worten einer Sprecherin bereits zum Jahresbeginn übernommen hatte, sollen unter dem eigenen Label weiterlaufen.

Dass die Übernahme der beiden Wettbewerber erst Monate später kommuniziert wurde, begründete Helpling gegenüber manager magazin mit "strategischen Überlegungen".

Erst vor wenigen Tagen hatte Helpling eine weitere Finanzierung in Höhe von 43 Millionen Euro bekannt gegeben. Als neue Geldgeber sind dabei die Wagnisfonds Lakestar und Kite Ventures eingestiegen.

Hinter Lakestar steht der bekannte Investor und Business Angel Klaus Hommels, der sich in Europa als Geldgeber von Skype und Spotify einen Namen gemacht hat.

Kite Ventures päppelten den Essenslieferservice Delivery Hero mit auf, dessen mittlerweile ausgeschiedene Gründer Claude Ritter und Nikita Fahrenholz mit "Book-a-Tiger" eine Helpling-Konkurrenz eröffnet und gerade erst eine Kooperation mit Immobilienscout24 verkündet haben.

Wie viel Helpling sich die beiden Wettbewerber hat kosten lassen, wurde nicht kommuniziert.

Das Portal Helpling, auf dem online Reinigungshilfen gebucht werden können, ist erst vor einem Jahr gestartet und hat laut eigenen Angaben bereits 50.000 Haushalten eine Putzkraft vermittelt.

Wettlauf um die Pole Position

Ursprünglich stammt das Geschäftsmodell, online günstige Haushaltshelfer zu vermitteln, aus den USA. Dort hatte der Rivale Homejoy bereits 2012 seine Dienste aufgenommen. Seit vergangenem Jahr bietet das Unternehmen seine Dienste auch in Deutschland an.

Mit der neuen Finanzierungsrunde hat sich Helpling, Teil der börsennotierten Startup-Holding Rocket Internet (Kurswerte anzeigen), mit insgesamt 56,5 Millionen Euro inzwischen allerdings mehr Kapital gesichert als das US-Original (umgerechnet rund 35,6 Millionen Euro). Eine Expansion in die USA ist nach Angaben von Helpling aktuell nicht geplant.

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Wie beim Fahrdienstvermittler Uber handelt es sich auch bei Helpling, Homejoy & Co. um so genannte Transaktionsmodelle, bei denen das Portal lediglich als Vermittler auftritt und Kundenwünsche und Arbeitskräfte zusammenbringt. Die Putzkräfte arbeiten weiter selbstständig, müssen für die Vermittlung allerdings eine Gebühr an das Portal entrichten. Die Qualität ihrer Arbeit wird von den Kunden bewertet.

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