Sonntag, 18. August 2019

BCG-Umfrage zur Hannover Messe Roboter könnten bis 2025 rund 300.000 Jobs  ersetzen

Industrieroboter im VW-Werk Emden

Die Automatisierung in deutschen Unternehmen schreitet rasant voran. So rasant, dass hochentwickelte Industrieroboter innerhalb der nächsten sechs Jahre in Deutschland 300.000 Jobs übernehmen könnten, die bislang noch von Menschen ausgefüllt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Boston Consulting Group.

Schon in den kommenden zwei Jahren werde sich der Markt für moderne Robotertechnologie in der Produktion mehr als verdoppeln, prognostizieren die Berater.

Damit, dass der Einsatz der hoch entwickelten Industrieroboter für Massen von Beschäftigten den Jobverlust bedeutet, rechnen hierzulande allerdings wenige. Angesichts des Fachkräftemangels werde die Technisierung von vielen Unternehmen eher als Entlastung wahrgenommen, so BCG. Weniger als die Hälfte (43 Prozent) der befragten Unternehmen rechnet denn auch in den kommenden sechs Jahren überhaupt mit einem Verlust von Arbeitsplätzen.

Dass die neuen Technologien die Zahl der Beschäftigten in den nächsten fünf Jahren um mehr als ein Fünftel reduzieren wird, glauben hierzulande nur 2 Prozent der Befragten. Und das, obwohl Deutschland bei der geplanten industriellen Anwendung der neuen Technologien der Studie zufolge international in der Spitzengruppe liegt.

Einen Abbau von 5 bis 10 Prozent der Arbeitsplätze bis 2025 erwarten 31 Prozent der befragten Unternehmen. In China, wo nach Einschätzung von BCG viele Tätigkeiten deutlich leichter zu automatisieren sein dürften, sind es deutlich mehr. Hier gehen 67 Prozent von deutlichen Jobverlusten aus. 21 Prozent der Befragten rechneten sogar mit einem Rückgang der Beschäftigten um mehr als 20 Prozent.

Unternehmen sehen noch jede Menge Entwicklungsbedarf

Wirklich zufrieden sind die Unternehmen mit dem aktuellen Stand der Robotik allerdings noch nicht. Bislang bleiben viele Anwendungen noch hinter den Anforderungen der Unternehmen zurück. Nur 30 Prozent der Befragten sehen ihre Bedürfnisse bereits jetzt durch die vorhandenen Technologien erfüllt. In Deutschland sieht bislang sogar nur jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) seine Anforderungen erfüllt.

Der Chef der Deutschen Messe, die ab kommender Woche mit der Hannover Messe eine führende Branchenschau zu dem Thema präsentiert, versuchte indes Sorgen zu zerstreuen, dass Roboter Menschen in Zukunft überflüssig machen dürften. "Die Technologie allein wird nichts lösen", zitierte ihn die dpa. Das Kreative, das Steuernde wird weiterhin beim Menschen bleiben, der im Mittelpunkt steht."

mit dpa

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