Montag, 22. Juli 2019

Hagemann Snabe geht Machtzentrum bei SAP verschiebt sich

Doppelspitze ade: Der Amerikaner Bill McDermott (links) wird alleiniger SAP-Chef, der Däne Jim-Hagemann Snabe (rechts) wechselt in den Aufsichtsrat

3. Teil: Macht verschiebt sich Richtung USA

Mit dem Wechsel von Hagemann Snabe in den Aufsichtsrat werde SAP "noch stärker", sagte McDermott, der bei Plattner mit Verkaufserfolgen einfacher punkten konnte als sein Kollege, der die Produktentwickler auf Sparsamkeit trimmen musste. Wegen der Wachstumdelle in China dämpfte SAP vergangene Woche seine Umsatzerwartungen zwar etwas, kalkuliert aber 2013 immer noch mit zehn Prozent höheren Erlösen bei Software-Verkauf und -Wartung. Der sprachlich versierte Däne Hagemann Snabe habe mit Kostensenkungen und einer Verschlankung der Organisation nicht so viel Eindruck machen können, sagte ein Unternehmenskenner.

Das "Schwerkraftzentrum" von SAP wandere mit McDermott - in 41 Jahren der erste Amerikaner an der Spitze von SAP - als Chef voraussichtlich nach Amerika, sagte Commerzbank-Analyst Becker. McDermott hat seinen Sitz in Newton Square im US-Bundesstaat Pennsylvania, Hagemann Snabe arbeitet oft am Stammsitz in Walldorf bei Heidelberg.

Ende des Jahres verlässt Finanzchef Werner Brandt SAP, er sitzt seit 2001 im fünfköpfigen Vorstand. Im kommenden Jahr endet zudem der Vertrag von Gerhard Oswald, der seit 1996 bei SAP im Vorstand sitzt und unter anderem das Service-Geschäft verantwortet. "Wer welche Rolle übernimmt, werden wir in den kommenden zehn Monaten besprechen und regeln", sagte ein Firmen-Sprecher.

Bereits vor wenigen Woche hatte SAP seine Führungsspitze neu sortiert: Der im Zuge der SuccessFactors-Übernahme zu den Kurpfälzern gekommene und für das Cloud-Computing zuständige Vorstand Lars Dalgaard zog sich aus familiären Gründen zurück und betätigt sich seitdem als Investor. Personalchefin Luisa Delgado kündigte zu Ende Juni, um den Vorstandsvorsitz eines anderen Unternehmens zu übernehmen. Die Aufgabe des Arbeitsdirektors schulterte Finanzchef Brandt zusätzlich.

Hendrik Sackmann, Reuters

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