Quartalszahlen Gut reicht bei Google nicht - Auch Microsoft enttäuscht Anleger

Die Google-Mutter Alphabet steigert Umsatz und Gewinn deutlich. Doch der Markt hatte mehr erwartet, und so gibt die Aktie kräftig nach. Das gleiche Schicksal teilen die Papiere von Microsoft. Hier war der Gewinn allerdings um ein Viertel eingebrochen.
Von mm-newsdesk
Alphabet in der Google-Suchmaske

Alphabet in der Google-Suchmaske

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

Die Google-Mutter Alphabet hat die Anleger trotz eines kräftigen Umsatz- und Gewinnanstiegs zu Jahresbeginn enttäuscht. Das boomende Werbegeschäft auf Mobilgeräten füllt der Tochter Google die Kassen. Unter dem Namen hat Alphabet das Kerngeschäft mit der gleichnamigen Suchmaschine und dem Mail-Dienst Gmail sowie der Video-Plattform YouTube und das mobile Betriebssystem Android gebündelt.

Alphabet gab am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss einen Umsatzsprung von 17,4 Prozent auf 20,26 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal bekannt. Der Nettogewinn schoss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um fast 20 Prozent in die Höhe auf 4,21 Milliarden Dollar. Sowohl bei den Erlösen als auch beim Ergebnis je Aktie hatten Branchenexperten mehr vorausgesagt. Daher stürzten die Alphabet-Aktien im nachbörslichen Handel mehr als 4 Prozent ab.

Starker Dollar macht Alphabet zu schaffen

Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat verwies auf Belastungen durch die Dollar-Stärke, die auf die Auslandserlöse drückt. Analyst Martin Pyykkonen vom Wertpapierhandelshaus Rosenblatt Securities sagte, die negativen Währungseffekte seien überraschend stark gewesen.

Hinzu kam, dass der Durchschnittspreis für Werbeanzeigen um neun Prozent fiel. Das führte dazu, dass die Anzeigenzahl zwar um 29 Prozent zulegte, Googles Werbeeinnahmen aber nur um 16 Prozent stiegen auf gut 18 Milliarden Dollar.

Die Nebengeschäftsfelder rutschten mit einem Verlust von 802 Millionen nach minus 633 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum tiefer in die roten Zahlen. Der Umsatz der Sparte, die neben Breitbandgeschäften und dem Thermostat-Anbieter Nest auch die Entwicklung selbstfahrender Autos umfasst, verdoppelte sich auf 166 Millionen Dollar.

Derzeit hat der Konzern Ärger mit den EU-Wettbewerbsbehörden: Sie kritisieren die Marktmacht von Alphabet und nehmen das Betriebssystem Android ins Visier.

Flaute am PC-Markt drückt auf Microsoft-Bilanz

Im Gegensagt zu Google gab Microsoft für das vergangene Quartal einen Gewinneinbruch bekannt. Der weltweit schwache PC-Absatz macht Microsoft zu schaffen. Der Nettogewinn brach im abgelaufenen Quartal um ein Viertel auf 3,76 Milliarden Dollar ein, wie der weltgrößte Softwarekonzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz ging um 5,5 Prozent auf 20,53 Milliarden Dollar zurück. Microsoft verfehlte die Analystenerwartungen beim Ergebnis und Umsatz. An der Wall Street wurde der Zwischenbericht deshalb mit Enttäuschung aufgenommen. Die Microsoft-Aktie büßte nachbörslich rund vier Prozent ein.

Das Cloud-Geschäft erwies sich als wichtige Stütze für den Windows-Konzern. Der Umsatz der Sparte stieg im Jahresvergleich um gut drei Prozent auf rund 6,1 Milliarden Dollar. Die Erlöse der Cloud-Plattform Azure wurden dabei mehr als verdoppelt.

Im größten Bereich mit dem Windows-Geschäft sowie Geräten, Spielen und der Websuche wuchs der Umsatz um rund ein Prozent auf 9,46 Milliarden Dollar. Die Windows-Erlöse sanken angesichts der Flaute am PC-Markt um 2 Prozent. Gemessen an dem allgemeinen Rückgang der PC-Verkäufe um ein Zehntel war das noch ein versöhnliches Ergebnis - dank Windows 10 wurden mehr teurere Computer verkauft als vor einem Jahr.

In Microsofts eigenem Gerätegeschäft stiegen die Erlöse mit Surface-Tablets im Jahresvergleich um 61 Prozent auf mehr als eine Milliarde Dollar. Von den Lumia-Smartphones wurden hingegen nur noch 2,3 Millionen Geräte verkauft.

Die Sparte mit den Office-Büroprogrammen legte beim Umsatz um ein Prozent auf gut 6,5 Milliarden Dollar zu. Die Online-Variante Office 365 hat nun 22,2 Millionen zahlende Kunden, hieß es.

Die Aktie von Microsoft  verlor nachbörslich zeitweise rund 3 Prozent . Analysten hatten mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,64 Dollar gerechnet, Microsoft kam auf 0,62 Dollar. Das Unternehmen machte dafür aber eine Steuerzahlung verantwortlich, mit der die Experten nicht gerechnet hätten und die das Ergebnis pro Aktie um 0,04 Dollar gedrückt habe. Beim Umsatz traf der Konzern die Erwartungen.

rei/reuters/dpa
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