Samstag, 18. Januar 2020

Bioinformatik Google sucht Ursachen für Autismus

Der bekannteste Autist der Filmgeschichte: Dustin Hoffmann (links, neben Tom Cruise) in "Rain Man"

2. Teil: 2500 Dollar, um ein komplettes Genom zu entziffern

Die zugrunde liegenden Daten hat Autism Speaks selbst gesammelt: Etwa zehntausend Proben will die Stiftung in den vergangenen 15 Jahren zusammengetragen haben. Neben dem genetischen Material von Autisten wollen die Forscher auch Proben ihrer Eltern und Geschwister entziffern. Sie hoffen, so etwa Antworten auf die Frage zu finden, wie wahrscheinlich es ist, nach der Geburt eines autistischen Kindes ein weiteres Kind mit entsprechenden Störungen zu bekommen.

Ein komplettes Genom zu entziffern, dauert heute etwa zwei Wochen und kostet gut 2500 Dollar. Insgesamt will Autism Speaks entsprechend etwa 50 Millionen Dollar in das Projekt investieren - welche Summe der Internetkonzern aus Mountain View für seine Unterstützung erhält, ist nicht bekannt.

Neben einem finanziellen Gewinn dürfte sich die Chefetage aber auch positive Auswirkungen auf das Datenkraken-Image des Konzerns versprechen: Im medizinischen Bereich wird viel Wert auf Datenschutz und Anonymität gelegt.

Nicht nur Google hat die medizinische Forschung als potenziellen Absatzmarkt für Dienste und Technologien entdeckt. Viele Tech-Unternehmen fokussieren Produkte und Werbung auf wissenschaftliche Anwendungen. Intel vermarktet seine Prozessoren mit dezidiert medizinischem Fokus; auch Microsofts Forschungsabteilung beteiligt sich im Rahmen einer Kooperation an der Entwicklung neuer Arzneimittel.

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