Klage vom US-Arbeitsministerium Weniger Geld für Frauen - Google im Visier der US-Behörden

Google-Zentrale in Mountain View: Deutlicher Männerüberhang

Google-Zentrale in Mountain View: Deutlicher Männerüberhang

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images
Fotostrecke

Die 75 wichtigsten Wirtschaftsfrauen 2016: Gipfeltreffen der Top-Frauen

Foto: BCG / Johanna Lohr

Der Suchmaschinen-Gigant Google ist in San Francisco vom zuständigen Arbeitsministerium verklagt worden. Das "Department of Labor" (DoL) wirft dem Unternehmen laut der Zeitung "The Economist"  vor, seine weiblichen Angestellten niedriger zu bezahlen als ihre männlichen Kollegen.

Die Alphabet-Tochter widerspricht der Behauptung, veröffentlicht aber auch keine Daten, um die Vorwürfe zu widerlegen. Besonders brisant ist, dass Google erst vor ein paar Tagen auf Twitter geschrieben hat, das Unternehmen hätte das geschlechtsspezifische Lohngefälle weltweit geschlossen.

Richtig ist, dass bei der Google-Mutter Alphabet mehrere Frauen in Führungspositionen arbeiten, unter anderem Ruth Porat als Finanzvorstand und Susan Wojcicki, die YouTube führt. Doch ein paar Frauen in Führungspositionen gleichen natürlich noch nicht den Überhang der männlichen Kollegen in der gesamten Belegschaft aus.

Geheimnistuerei um Boni im Silicon Valley

Die Klage gegen Google weist auf ein gravierendes Problem im Silicon Valley hin: Noch immer gibt es viel zu wenig weibliche Mitarbeiter in den IT-Berufen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. So fühlen sich laut einer Umfrage, aus der "The Economist" zitiert, etwa zwei Drittel der weiblichen Angestellten im Silicon Valley von den wichtigsten Networking-Veranstaltungen ausgeschlossen. Und mehr als ein Viertel der Frauen aus den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Technik und Wissenschaft fühle sich in ihrer Karriere blockiert.

Auch gibt es immer weniger weibliche Informatik-Absolventen. Im Jahr 2013 seien nur noch 18 Prozent der Uni-Abgänger der Zeitung zufolge weiblich gewesen, 1985 habe der Anteil noch bei 36 Prozent gelegen.

Um mehr Frauen in die IT-Berufe zu locken wäre es hilfreich, die Vergütung transparenter zu machen und natürlich die Lohnlücken zwischen Männern und Frauen zu schließen. Vor allem die Geheimnistuerei um die Boni im Silicon Valley erschwere es den weiblichen Kolleginnen, zu erkennen, ob sie unterbezahlt sind oder nicht, so "The Economist".

mg