Freitag, 6. Dezember 2019

Kampf um Internetversorgung Auch Google rüstet mit Drohnen auf

Titan Aerospace: Was Googles Drohnen alles können
Titan Aerospace

Der Wettlauf um schnelles Internet für Millionen Menschen in abgelegenen Regionen verschärft sich: Auch Google kauft einen Drohnenhersteller. Titan Aerospace war von Facebook verschmäht worden.

New York/Mountain View - Der Wettlauf zwischen Google Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen um die Internet-Versorgung von Entwicklungsländern gewinnt an Schärfe. Google kaufte den Drohnenhersteller Titan Aerospace, an dem zuvor auch Facebook interessiert gewesen sein soll. Ein Preis wurde nicht genannt. Titan solle am Projekt Loon mitarbeiten, das mit Antennen auf riesigen Ballons Internet-Anschlüsse in entlegene Regionen bringen solle, erklärte Google dem "Wall Street Journal".

Die Drohnen von Titan, die noch in der Entwicklung sind, sollen mit Hilfe von Sonnenenergie angetrieben werden. Damit könnten sie fünf Jahre in einer Höhe von etwa 19 Kilometern fliegen. Die Flügelspannweite liegt mit knapp 50 Metern in der Dimension einer Boeing 767. Die Technik soll nach bisherigen Angaben 2015 reif für den Einsatz sein. Titan beschäftigt 20 Mitarbeiter.

Aktien von Google Börsen-Chart zeigen zogen im Handelsverlauf an bis auf 553 Dollar und schlossen mit einem Plus von 1,4 Prozent.

Ein Google-Sprecher äußerte sich in einer E-Mail "begeistert von der Idee, Titan Aerospace in die Google-Familie aufzunehmen". Mit derartigen Flugobjekten könnten "Millionen Menschen einen Internetzugang" bekommen. Zudem könnten andere Probleme gelöst werden, etwa Hilfseinsätze bei Katastrophen oder die Bewältigung von Umweltschäden wie der Entwaldung.

Anfang März hatte Medienberichte gegeben, wonach Facebook über einen Kauf von Titan verhandelt. Dem US-Sender CNBC zufolge ging es um etwa 60 Millionen Dollar. Stattdessen übernahm das Online-Netzwerk aber den britischen Drohnenentwickler Ascenta, der ebenfalls an solarbetriebenen Drohnen arbeitet. Der Preis lag laut "Wall Street Journal" bei 20 Millionen Dollar. Facebook will mit der Technik ebenfalls günstige Internet-Zugänge in entfernte Regionen in der Dritten Welt bringen.

Google "Glass" erstmals zu kaufen

Am Dienstag will Google in den USA seine Computerbrille Glass erstmals frei verkaufen. Allerdings ist die Stückzahl der Geräte beschränkt und dürfte laut Medienberichten lediglich für einen Tag reichen. Nur Einwohner der USA können zuschlagen, wie Google vergangene Woche ankündigte. Der Preis liegt wie schon für die bisherigen Test-Nutzer bei 1500 Dollar (knapp 1100 Euro) plus Steuern.

Das Testprogramm für Google Glass war vor rund einem Jahr gestartet. Google suchte die ersten Probenutzer aus einer Vielzahl von Bewerbungen aus. Später durften sie einige Bekannte einladen. Ein Termin für einen groß angelegten Marktstart von Google Glass wurde bisher nicht genannt. Die Computerbrille verfügt über ein kleines Display, Kamera und Internet-Verbindung.

ts/dpa-afx/rtr/afp

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