Dienstag, 16. Juli 2019

Verhandlungen Gewerkschaft fürchtet um weitere Loewe-Jobs

TV-Hersteller Loewe: Die neue Investoren wollen mit neuen Produkten künftig eine breitere Zielgruppe ansprechen

Nach der Übernahme durch eine Investorengruppe sollen 120 Loewe-Mitarbeiter gehen. Gewerkschafter befürchten, dass noch mehr Jobs verloren gehen. Der Aufsichtsrat des TV-Herstellers kündigt indes seinen Rücktritt an.

Kronach - Beim angeschlagenen TV-Geräte-Hersteller Loewe haben Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretern über den Stellenabbau begonnen. Vor Freitag sei nicht mit Ergebnissen zu rechnen, sagte ein Sprecher der IG Metall.

Der Aufsichtsrat von Loewe kündigte seinen Rückzug an. Alle sechs Mitglieder des Kontrollgremiums legten ihre Ämter zum 18. Februar nieder, teilte das Unternehmen mit. Grund sei die Investorenlösung für Loewe. Der amtierende Aufsichtsrat sehe daher seine Aufgabe als abgeschlossen an.

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass eine Investorengruppe um den früheren Europa-Chef des Computerriesen Apple Börsen-Chart zeigen , Jan Gesmar-Larsen, Loewe Börsen-Chart zeigen übernehmen will. Neben Gesmar-Larsen gehören von Februar an die beiden Münchner Unternehmer Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie frühere Manager des dänischen Luxus-HiFi-Produzenten Bang & Olufsen zu den Eignern. Sie haben für die Übernahme die Panthera GmbH mit Sitz in München gegründet.

IG-Metall befürchtet weiterreichenden Jobbaubau bei Loewe

Die Montage am bisherigen Stammsitz Kronach soll erhalten bleiben. Firmenangaben zufolge können von den rund 550 Mitarbeitern 120 nicht weiterbeschäftigt werden. Die IG Metall befürchtet, dass die Pläne bis zu 200 Loewe-Mitarbeiter treffen könnten. Die Ankündigungen der Investorengruppe hätten weitere Fragen aufgeworfen, die nun besprochen werden müssten, sagte der Gewerkschaftssprecher. Die IG Metall will einen Interessenausgleich und Sozialplan erreichen.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte den Start der Verhandlungen. Zum Stand wollte er sich nicht äußern, erklärte aber, es gehe unter anderem um die Möglichkeit, sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter über eine Transfergesellschaft zu finden.

Loewe litt in den vergangenen Jahren schwer unter dem Preiskampf für moderne Fernseher. Asiatische Konkurrenten wie Samsung und LG setzten dem TV-Pionier mit deutlich billigeren Apparaten schwer zu. Immer mehr Kunden blieben weg, nach jahrelangen Verlusten beantragte Loewe im Sommer zunächst Gläubigerschutz und meldete in der Folge Insolvenz in Eigenverwaltung an. Loewe ist neben Metz und TechniSat der letzte von einst 30 deutschen Unterhaltungselektronik-Herstellern.

rei/dpa

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