Dienstag, 12. November 2019

Gesichtserkennung per AR-Brillen  Wie China seine Bürger mittels AR-Technologie überwacht

Chinesische Polizisten mit AR-Brille in Luoyang

Lange galten VR-oder sogenannte AR-Brillen vor allem als Technikspielerei oder als Gadget für Computerspieler, die sich mit Hilfe der Brillen in virtuellen Welten bewegten. Angesichts der immer ausgefeilteren Technik und der Möglichkeiten, die die smarten Geräte mit sich bringen, finden sie nun aber auch in der Industrie immer breitere Anwendung.

Auf der Suche nach potenziellen Kunden ist ein chinesisches AR-Brillen-Start-up nun in einer Branche fündig geworden, die großes Interesse an der Brille hat. Deren Nutzung in Europa allerdings bei Datenschützern enorme Kritik auslösen dürfte: Der Polizei.

So könnten die sogenannte AR-Brillen, die digitalen Zusatzinformationen in Live-Videos oder die Umgebung des Benutzers in Echtzeit integrieren, Gesichtserkennungsprogramme durchlaufen lassen und Informationen zu der jeweiligen Person einblenden, wirbt der chinesische Hersteller Xloong freimütig auf seiner Website. Neben dem Abgleich von Fingerabdrücken sei zudem auch eine Überprüfung des Ausweises möglich.

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Bild: Amazon Web Services

Technische Möglichkeiten, die für viele Deutsche einem Überwachungsalptraum gleichkämen. Doch die chinesische Regierung scheint damit weniger Probleme zu haben. Laut einem Bericht der "Nikkei Asia Review" hält die Regierung einen einstelligen Anteil an Xloong direct und hat über die BOE Technology Gruppe auch 50 Millionen Yuan zum Startkapital des 2015 in Peking gegründeten Unternehmens beigetragen.

Sechs Staatliche "Sicherheitsbüros", eine Art Polizeistationen, die sich um Sicherheits- und Verwaltungsbelange kümmern, sind demnach bereits mit den Brillen ausgerüstet. Unter anderem Büros in Peking, Tianjin und der von Uiguren bewohnten westlichen Provinz Xinjiang, wo diese Minderheit Beobachtern zufolge immer massiver in ihrer Freiheit eingeschränkt und verfolgt wird.

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