Mittwoch, 19. Juni 2019

Erstes Verbrennungsopfer klagt in den USA Samsungs Galaxy-Desaster wird immer größer - Austausch in Deutschland beginnt

Austausch: Ein Kunde bekommt bei Samsung in Südkorea ein neues Galaxy Note 7. Für manche Kunden kamen Aufruf und Warnung vor der möglichen Überhitzung des Akkus offenbar zu spät. Ab sofort können auch Kunden in Deutschland ihr Note7-Gerät tauschen

In den USA hat ein Verbraucher, der sich beim Gebrauch seines in Brand geratenen Galaxy Note 7 schwere Verbrennungen zugezogen hat, Klage gegen Samsung eingereicht. Derweil beginnt der Note-7-Austausch in Deutschland.

Nachdem der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung Anfang September einen Rückruf für 2,5 Millionen Geräte Vorzeigemodells Galaxy Note 7 starten musste und der Aktienwert des Konzerns zeitweise um mehr als 25 Milliarden Dollar nachgab, gehen nun die ersten Klagen ein. Und auch aus China, wo Samsung wegen anderer Batterien eigentlich Entwarnung gegeben hatte, gibt es nun Berichte von Explosionen.

Pikant für das Unternehmen: Der Zwischenfall, zu dem mittlerweile in Florida eine erste Klage einging, ereignete sich bereits vor dem behördlichen Rückruf der Geräte. Allerdings hatte Samsung selbst bereits einige Tage zuvor auf die Problematik hingewiesen und seinen Kunden die Rücknahme der Geräte angeboten.

Dennoch sieht sich Samsung Vorwürfen ausgesetzt, nicht entschlossen genug gehandelt zu haben.

Der Klage zufolge, die im US-Staat Florida einging, erlitt der Kunde Verbrennungen zweiten Grades an seinem rechten Oberschenkel, als sich das Smartphone unkontrolliert erhitzte und kurz darauf in seiner Hosentasche explodierte. Zudem habe er bei dem Versuch, das Gerät aus der Hosentasche zu entfernen, Verbrennungen am linken Daumen erlitten. Eine exakte Schadenssumme war in der Klage nicht genannt. Neben Ersatz für Arbeitsausfall und medizinische Versorgung erhebt der Kläger jedoch auch Anspruch auf Schmerzensgeld.

Offenbar jetzt auch erste Explosionsopfer in China

Es dürfte nicht die letzte Klage gewesen sein. Bislang gab es laut US-Behörden 92 Meldungen über überhitzte Galaxy-Geräte. Dabei sollen sich in 26 Fällen Verbraucher Verbrennungen zugezogen haben. Bei 55 sollen neben dem Telefon selbst noch weitere Gegenstände - unter anderem auch ein Haus und eine Garage - beschädigt worden sein. Einem Bericht zufolge soll das Überhitzen der Batterie sogar einen Hausbrand ausgelöst haben.

Selbst in China, wo laut Samsung andere Batterien als in den USA für die Galaxy-Note-7-Geräte verwendet wurden, gibt es mittlerweile erste - allerdings noch nicht behördlich bestätigte - Berichte von Bränden. So berichtet die Nachrichtenagentur AP von zwei Fällen, die über soziale Medien publik gemacht worden seien.

Eines der Geräte soll angeblich über den Onlinehändler JD.com gekauft worden sein. Ob es sich dabei um zwei von mehr als 1800 Testgeräte mit anderen Batterien handelt, die Samsung auch in China zurückgerufen hatte, blieb zunächst unklar.

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