Telekom soll Kontrolle über neuen US-Mobilfunkriesen haben T-Mobile US und Sprint sprechen erneut über Fusion - unter Führung der Telekom

Telekom-Chef Höttges, T-Mobile US Chef John Legere: Alle Hoffnungen ruhen auf dem US-Geschäft

Telekom-Chef Höttges, T-Mobile US Chef John Legere: Alle Hoffnungen ruhen auf dem US-Geschäft

Foto: DPA, Getty Images for HBO

Auf ein Neues: Die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile US, und der viertgrößte US-Mobilfunker Sprint sollen sich nach einem Bericht des US-Fernsehsenders "CNBC" in aktiven Fusionsgesprächen befinden. T-Mobile US und Sprint sowie die jeweiligen Mütter Deutsche Telekom  und Softbank  unterhielten sich über einen Zusammenschluss auf Basis eines Aktientausches, berichtete das US-Medium unter Berufung auf Eingeweihte.

Dabei solle der Bonner Dax -Konzern die Kontrolle über das neue Unternehmen haben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person. Ein Sprecher der Deutschen Telekom wollte die Berichte nicht kommentieren.

Die Aktienkurse von T-Mobile US, Deutscher Telekom und Sprint zogen nach dem Bericht kräftig an. Auf dem US-Mobilfunkmarkt sortieren sich die Anbieter nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump derzeit neu, weil Trump einen industriefreundlicheren Parteikollegen an der Spitze der Telekom-Aufsicht FCC installiert hat.

Mehrere Unternehmen haben Gespräche über die künftige Lage der Branche bestätigt - offen ist aber, wer konkret mit wem spricht. Mit im Bunde sind neben den Mobilfunkern auch Festnetz- und Kabelkonzerne.

T-Mobile US hat die Softbank-Tochter Sprint inzwischen überflügelt

Die Telekom hält an ihrer US-Tochter T-Mobile US derzeit rund zwei Drittel der Anteile. Bei Sprint hat der japanische Technologiekonzern Softbank das Sagen. Mittlerweile haben sich die Vorzeichen geändert, T-Mobile hat mit einem Marktwert von aktuell rund 53 Milliarden Dollar den chronisch gewinnschwachen Rivalen mit 33 Milliarden Dollar deutlich überflügelt - vor Jahren sah das noch anders aus. Für die Deutsche Telekom ist T-Mobile US seit langem der wichtigste Gewinnbringer.

Seit langem wird vor allem über ein Zusammengehen der beiden kleineren der vier tonangebenden Mobilfunker auf dem US-Markt spekuliert. Laut dem Bericht von "CNBC" sollen Verhandler der Unternehmen noch Wochen vor sich haben, bevor ein Deal ausgearbeitet ist.

CNBC berichtete, dass die Sprint-Mutter, die japanische SoftBank Group, und die Deutsche Telekom in regelmäßigen Gesprächen seien. Sie seien aber Wochen von einem Ergebnis entfernt und es sei offen, ob die Gespräche zum Erfolg führten. Softbank würde bei einer Fusion ein großer Minderheitseigner sein. T-Mobile-Boss John Legere werde als Chef gehandelt. Softbank-Eigner Masayoshi Son will ebenfalls ein gewichtiges Wort beim Kurs eines fusionierten Unternehmens mitreden.

Es wäre nicht der erste Anlauf für einen Zusammenschluss der beiden Firmen. Insider hatten Ende Juni erklärt, die Bemühungen für einen solche Fusion lägen derzeit aber auf Eis. T-Mobile US hatte im Mai erklärt, durch einen Zusammenschluss könnten erhebliche Synergieeffekte entstehen.

la/dpa/reuters
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