Samstag, 20. Juli 2019

Friede Springer wird 75 Wie Friede das Erbe von Axel Springer verteidigt

Friede Springer wird heute 75 Jahre alt

Eher selten ist Friede Springer in der Öffentlichkeit zu sehen. Sie wolle kein großes Aufhebens machen um ihre Person, heißt es aus dem Medienhaus Axel Springer. Das gelte auch für den heutigen Tag, ihren 75. Geburtstag. Zwar lädt der Konzern für heute Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur in die Berliner Zentrale ein. Ansonsten bleibt die Mehrheitseigentümerin der Axel Springer SE Börsen-Chart zeigen meist im Hintergrund.

Manchmal setzt Friede Springer dann aber auch Zeichen mit ihrer Gegenwart. Als Anfang Mai der Grundstein für die künftige Digitalzentrale von Springer gelegt wird, einen futuristisch anmutenden Kubus des niederländischen Stararchitekten Rem Koolhaas, ist die Witwe des Verlagsgründers Axel Springer (1912-1985) prominent dabei - neben Vorstandschef Mathias Döpfner, der den Wandel des Konzerns vom traditionellen Printhaus zur digitalen Schmiede vorantreibt.

Axel Springer ist längst kein reines Zeitungs- und Zeitschriftenhaus mehr - Springer erwirtschaftet mittlerweile 70,6 Prozent des Gesamterlöses mit digitalen Geschäftsmodellen. Onlineportale und digitale Anzeigen werden immer wichtiger. Die sogenannten Rubriken-Plattformen sind inzwischen "das ökonomische Rückgrat des Verlags", wie Döpfner sagt.

Springer steht hinter Döpfner

Im März vergangenen Jahres hatte Friede Springer Gerüchte über ein Zerwürfnis mit dem Spitzenmanager mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Sie sei froh, dass Döpfners Vertrag um fünf Jahre verlängert worden sei, sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Döpfner habe die "richtigen Weichen" gestellt.

Als stellvertretende Aufsichtsrats-Vorsitzende hat Friede Springer die Öffnung des Medienhauses zur Internetwelt begleitet. Die Umwandlung des Unternehmens in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), mit der sie sich als Hauptaktionärin bei Kapitalerhöhungen den beherrschenden Einfluss sichern wollte, gab sie allerdings auf. "Die anderen Aktionäre wollten es nicht, die Berater waren sich nicht einig. Und ich hatte auch kein gutes Gefühl."

Für die Entscheidung, wie das Unternehmen in Zukunft rechtlich aufgestellt sein soll, werde sie nicht sehr viel Zeit benötigen, sagte sie im Interview auch. "Zum Entscheiden brauche ich keine zwei Jahre." An der Spitze des Medienhauses sollte auf jeden Fall jemand stehen, der "aus dem Verlag kommt, der weiß, wie man ein Unternehmen führt und dessen Herz für Journalismus schlägt".

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