Freitag, 6. Dezember 2019

Friede Springer wird 75 Wie Friede das Erbe von Axel Springer verteidigt

Friede Springer wird heute 75 Jahre alt

2. Teil: Axel Springer setzte seine Frau einem starken Besitzanspruch aus

Beharrlichkeit gehört zu den bestimmenden Eigenschaften von Friede Springer. In einer Biografie der Journalistin Inge Kloepfer aus dem Jahr 2005 (2012 aktualisiert, Hoffmann und Campe), hat sie Einblick in ihren Lebenslauf gegeben. Beschrieben wird dort der Weg der Friede Riewerts, die der Enge ihrer Heimat auf der Insel Föhr entkommen wollte.

Über eine Zeitungsanzeige war die damals 23-jährige Tochter eines Gärtnermeisters in den Hamburger Haushalt von Axel Cäsar Springer gekommen. Der 30 Jahre ältere Verleger war zum vierten Mal verheiratet, in der Ehe kriselte es. Springer verliebte sich bald in die blonde Friesin.

Nach seiner Scheidung heiratete der Verleger 1978 Friede Springer und setzte seine fünfte Frau einem starken Besitzanspruch aus. "Sie hatte sich auf den Verleger zu konzentrieren - die Bedingung dafür, dass sie bleiben konnte - und sie blieb", schreibt Biografin Kloepfer.

Es war die Zeit, in der Springer die Personifizierung all dessen wurde, wogegen die 68er-Studentenbewegung kämpfte. Angesichts der Anfeindungen suchte er Zuflucht in der Ehe. Für Friede Springer, die kinderlos blieb, wurden die Gespräche mit Axel Springer zum wichtigsten Startkapital in das Verlagsgeschäft. Woher hatte sie den Mut, das Verlagshaus zu übernehmen, als sie mit 43 Jahren Springers Haupterbin und eine von drei Testamentsvollstreckern wurde? "Ich weiß nicht, ob "Mut" das richtige Wort ist", sagte sie in dem Interview. "Ich fühlte mich einfach herausgefordert, das Haus zusammenzuhalten und vor Übernahmen zu schützen."

Gespür für Menschen

Dieses Gespür für Menschen half ihr auch, sich gegen die Begehrlichkeiten der Konkurrenten - von Kirch bis Burda - beim Verlag zu wehren. Sie hielt stand gegen die Großen der Branche und setzte sich am Ende durch. Den Mehrheitsbesitz der Familie am Verlag ließ sie festschreiben und baute mit viel Geschick ihr Aktienpaket aus.

Überschattet wurde die Erbfolge vom Streit mit dem Springer-Enkel Axel-Sven Springer um den letzten Willen seines Großvaters. Am Ende siegte Friede Springer vor Gericht.

Ja, Zweifel habe sie gelegentlich gehabt, das Erbe anzutreten. "Aber ich habe nie aufgegeben, sondern einfach weitergemacht. Es waren die Herausforderungen, die mich reizen", sagte sie.

Heute kümmert sich Friede Springer in der 18. Etage des Verlagshauses um ihre Arbeit im Aufsichtsrat. Sie hat ihr Büro so belassen, wie es Axel Springer hinterlassen hat. Daneben widmet sie sich unter anderem der gemeinnützigen Friede Springer Stiftung.

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