Freitag, 15. November 2019

Neuer Mieter am Cape Canaveral Amazon-Chef Bezos steckt 200 Millionen Dollar in Raketenbasis

Zeppeline, Passagierdrohnen, Raumfähren: Die irren Fluggeräte der Silicon-Valley-Milliardäre
DPA

Amazon-Gründer Jeff Bezos will eine Raketenfabrik in Florida bauen. In den kommenden fünf Jahren werde der Multimilliardär 200 Millionen Dollar in den Launch Complex 36 stecken, eine alte Raketenbasis der US-Air-Force. Dort soll Blue Origin, Bezos Raumfahrtunternehmen, Raketen bauen und testen. "Wir werden sie hier nicht nur abschießen. Wir werden sie hier auch bauen", sagte Bezos bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Blue Origin ist damit das dritte private Raumfahrtunternehmen, das an die sogenannte Space Coast zieht: Heute arbeiten dort bereits Elon Musks Raketenschmiede SpaceX sowie die United Launch Alliance, ein Joint-Venture der Flugzeugbauer Boeing Börsen-Chart zeigen und Lockheed Martin Börsen-Chart zeigen. Am Cape Canaveral befindet sich zudem das Kennedy Space Center, von dem aus die Nasa viele ihrer Raketen ins All schießt.

Die Region war laut New York Times hart von der Entscheidung der Nasa getroffen worden, ihr Space-Shuttle-Programm im Jahr 2011 einzustellen; nun können bis zu 330 Raumfahrt-Ingenieure und andere Spezialisten auf neue Jobs hoffen.

Raketen sollen "wieder und wieder und wieder" verwendet werden

Der Landstrich nahe Titusville habe viele Vorteile, sagte Bezos am Dienstag: Es sei leichter, auch schwere, große Raketen ins All zu schießen, wenn man ihre Fabrik nahe des Abschussortes baue. Laut Berichten soll der Staat Florida dem Unternehmen zudem millionenschwere Steuervorteile gewährt haben; auch werde das Projekt von verschiedenen Staatsministerien finanziell unterstützt.

Unklar ist indes weiterhin, was Blue Origins Raketen genau auszeichnen soll. Sie sollen groß genug sein, um ins All vorzustoßen, sie sollen wiederverwertbar sein, sie sollen Menschen transportieren können - viel mehr hat das als verschwiegen bekannte Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Auch am Dienstag sprach Bezos lediglich davon, einmal gebaute Raketen "wieder und wieder und wieder" verwenden zu wollen.

Mit diesem Ansatz steht Blue Origin in direkter Konkurrenz zu SpaceX: Auch Elon Musk arbeitet an der Recycling-Raumfahrt. Beide Unternehmen haben sich bereits mehrere Scharmützel geliefert. Ursprünglich hielt etwa Bezos Firma ein Patent auf schwimmende Landeplattformen, auf denen einmal abgeschossene Raketen wieder landen können - SpaceX hat das jedoch erfolgreich angefochten. Auch stach Musk seinen Mitbewerber im Rennen um eine Startplattform im Kennedy Space Center der NASA aus - auch deshalb zieht Blue Origin nun in den Launch Complex 36.

Neben Musk und Bezos hat sich mit Richard Branson ein dritter Milliardär der Raumfahrt verschrieben: Klicken Sie sich hier durch eine Übersicht über den milliardenschweren Dreikampf ums All.

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