Schlacht der Fitnesstracker Fitbit und Jawbone liefern sich Kampf bis aufs Messer

Läuferin mit Fitnesstracker: Der Markt wächst - und mit ihm die Konkurrenz

Läuferin mit Fitnesstracker: Der Markt wächst - und mit ihm die Konkurrenz

Foto: Corbis

Fitnesstracker hat mittlerweile fast jeder Smartphonehersteller im Programm, und sie werden immer beliebter. Mit dem Auftauchen immer neuer und vor allem größerer und marktmächtiger Anbieter wie Apple  , Samsung  oder Xiaomi steigt dabei der Konkurrenzdruck für die kleineren Spezial-Unternehmen, die um ihren Platz im Markt kämpfen müssen.

Zwischen zwei der bedeutendsten US-Hersteller, Jawbone und Fibit, ist angesichts dieser Entwicklung ein Kampf ausgebrochen, in dem die Kontrahenten alle Register ziehen. Und in dem sich beide gegenseitig mit Klagen überziehen

So wirft das deutlich kleinere Jawbone, der US-Nummer eins Fitbit vor, faul gespielt zu haben und zerrte Fitbit bereits kurz vor dessen Börsengang im Juni vor Gericht . Der Vorwurf: Fitbit soll Mitarbeiter von Jawbone abgeworben haben und so in den Besitz vertraulicher Infos seines Konkurrenten gelangt sein. Ein Vorwurf, den Fitbit kurz darauf mit einer Gegenklage wegen Patentverletzung konterte.  

Das ließ Jawbone nicht auf sich sitzen: Nur wenige Wochen später forderte der Technologie-Konzern Fitbit vor der Internationalen Handelskommission ITC wegen Patentverletzungen seitens Fitbits einen Einfuhrstopp für dessen Fitnesstracker beziehungsweise Teile davon in die USA. Darauf wiederum reagierte Fitbit am Montag  mit einer neuerlichen Patenklage gegen Jawbone, in der nun wiederum Fitbit einen Importstop für Jawbone-Produkte forderte.

Unterdessen leiden offenbar beide Unternehmen unter dem wachsenden Konkurrenzdruck. So konnte das börsennotierte Fitbit, in den USA nach eigenen Angaben mit 85 Prozent Marktführer, im letzten Quartal zwar seinen Umsatz deutlich steigern. Der Gewinn ging angesichts gestiegener Ausgaben für Forschung und Entwicklung jedoch um gut ein Drittel auf 45,8 Millionen Dollar zurück. Und Jawbone wiederum sah sich im vergangenen Jahr mit einer Klage eines Lieferanten konfrontiert, der das Unternehmen wegen verzögerter Bezahlung auf 20 Millionen Dollar verklagt hatte.

Wie schnell es für die etablierten Spieler auf dem zwar noch wachsenden Markt abwärts gehen kann, zeigt das Erscheinen der Apple Watch. Laut Zahlen des Marktforschers IDC hat sich der Konzern aus Cupertino mit seinem Gadget bereits im zweiten Quartal international auf Platz zwei auf dem Fitnesstracker-Markt katapultiert.

Und da Apple über seine Kooperationen mit Mega-Ketten wie Target und Best Buy ganz offensichtlich auch auf den Massenmarkt zielt, dürfte die Luft für Jawbone & Co. künftig noch dünner werden. Ein Ende des erbitterten Streits ist daher fürs erste wohl nicht in Sicht.