Donnerstag, 5. Dezember 2019

US-Notenbank in der Kritik Trump fordert Negativzins in USA

US-Präsident Donald Trump, Fed-Präsident Jerome Powell: "Wir sollten tiefere Zinsen haben als Deutschland"
Carlos Barria / REUTERS
US-Präsident Donald Trump, Fed-Präsident Jerome Powell: "Wir sollten tiefere Zinsen haben als Deutschland"

US-Präsident Donald Trump fordert von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Negativzinsen. "Wir sollten tiefere Zinsen haben als Deutschland, Japan und alle anderen," schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Die USA seien bei weitem das größte und stärkste Land. "Aber die Fed bringt uns wettbewerblich in Nachteil", twitterte er. "China ist nicht unser Problem, die Federal Reserve ist es."

In der Euro-Zone liegt der Leitzins seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Der Einlagensatz liegt sogar bei minus 0,5 Prozent. Das heißt, Banken müssen Strafzinsen zahlen wenn sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) überschüssige Gelder parken. Die japanische Notenbank hält ihren kurzfristigen Zinssatz derzeit bei minus 0,1 Prozent.

"Die Menschen sind SEHR enttäuscht von Jay Powell und der Federal Reserve", schrieb Trump mit Blick au den Fed-Chef. Der US-Präsident hatte von der unabhängigen Notenbank in den vergangenen Monaten immer wieder drastische Zinssenkungen gefordert. Auf diese Weise sollten die Währungshüter die US-Wirtschaft unterstützen.

Fed senkt Leitzins erneut und deutet Zinssenkungs-Pause an

Angesichts schwächeren globalen Wachstums, sinkender Exporte und der anhaltenden Handelskonflikte hat die US-Notenbank Fed ihren Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Damit will die Zentralbank dem moderaten Wachstum der US-Wirtschaft neuen Schwung geben. Nach der dritten Zinssenkung in Folge seit Juli liegt der Leitzins damit nun im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mitteilte. Die Entscheidung war von den Märkten weitgehend erwartet worden.

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Notenbankchef Jerome Powell signalisierte jedoch, dass nun zunächst keine weitere Absenkung des Leitzinses geplant sei. Die gegenwärtige Geldpolitik werde "wahrscheinlich angemessen bleiben", solange es keine unerwartete und drastische Veränderung der Wirtschaftsentwicklung gebe, erklärte Powell. Die Geldpolitik sei nun "gut positioniert", um moderates Wachstum, einen starken Arbeitsmarkt und eine Inflationsrate nahe dem Zielwert von zwei Prozent zu garantieren, erklärte Powell.

Auch in der Begründung ihrer Entscheidung wählte die Fed eine konservativere Sprachregelung, offenbar um Erwartungen weiterer Zinssenkungen zu zerstreuen. Zwei Mitglieder des Zentralbankrats stimmten der Fed zufolge gegen die Absenkung und wollten den Leitzins unverändert belassen.

la/reuters

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