Facebook sichert sich La-Liga-Rechte Warum Tech-Riesen Millionen für Sportrechte hinblättern

Siegesfeier: Barcelona feiert den Gewinn des la Liga Pokals gegen Real Sociedad San Sebastian

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Foto: imago/ Action Plus

Was Livestreams angeht, war die diesjährige Fußball-WM eine absolute Rekordveranstaltung. Laut dem Streaming-DienstleisterConviva , der unter anderem für Fox, NBC, Hulu und Sky arbeitet, schauten schon über diese Dienste alleine mehr als 34,9 Millionen Menschen das Finale. Den Sieg England gegen Tunesien versuchten alleine bei der BBC rund drei Millionen Menschen zu streamen - während 18,3 Millionen vor den Fernsehern zuschauten.

Zahlen, die zeigen welche Bedeutung Streaming-Kanäle vor allem im Sport mittlerweile eingenommen haben. Und die Konzerne wie Facebook , Amazon, Google und Twitter immer mehr nutzen - und dabei klassichen Pay-TV-Anbietern das Feld streitig machen.

Wieviel Musik für die sozialen Netzwerke in Sportübertragungen liegen, zeigt ein gerade bekannt gewordener Millionen-Deal von Facebook.  Das Soziale Netzwerk sicherte sich gerade für die nächsten drei Jahre die Exklusivrechte der spanischen La Liga für acht asiatischer Länder , einschließlich Indien und Pakitstan. Wie viel sich Facebook die Rechte kosten ließ, wurde nicht kommuniziert. Beim letzten Verkauf 2014 hatte sich Sony das Rechtepaket 32 Millionen Dollar kosten lassen.

Facebook, Amazon & Co. kaufen Sportrechte für Millionen auf

Es ist nicht der erste Sportrechte-Deal, den Facebook schließt. Wie Amazon, Twitter und auch Google hat das soziale Netzwerk schon vor einiger Zeit begonnen , sich die für seine Nutzer attraktiven Sportrechte zu sichern und über seine Plattformen anzubieten. Und den klassischen Pay-TV-Anbietern so Konkurrenz zu machen, für die genau diese Deals zur Kundengewinnung - und -haltung enorm wichtig sind.

Finanziell haben die klassischen Pay-TV-Konzerne den meisten Großen schon lange nichts mehr entgegen zu setzen. Während Facebook , das alleine im abgelaufenen Quartal fast fünf Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftete, aus dem Vollen schöpfen kann.

Facebook mit 270 Millionen Nutzern alleine in Indien hat indes genug Anreiz, seinen Nutzern derartige Schmankerln zu bieten. Zum einen, um seine monatliche Nutzerbasis von mehr als 2,2 Milliarden Menschen weiter zu steigern. Zum anderen dürften sich auf lange Sicht damit gutes Werbegeld verdienen und wertvolle Daten generieren lassen.

Warum die Ligen Facebook & Co als interessanten Partner sehen

Auch anderswo in der Welt haben die großen Tech-Konzerne im Sportrechtebereich bereits ordentlich zugeschlagen. So sicherte sich Facebook bereits vor einer ganzen Weile die Rechte, in Großbritannein ein La Liga und eine Serie A Spiel pro Woche zu streamen.

Google schlug über YouTube TV erst kürzlich bei den Exklusivrechten des jungen Major Leage Soccer-Teams Los Angeles Football Club zu. Und auch in Großbritannien neigen sich die Zeiten, in denen jedes Premier-League-Match im klassischen TV zu sehen war, dem Ende zu . In der nächsten Saison werden 20 Spiele nur noch über Amazon Prime zu sehen sein.

In den USA sicherte sich Amazon - um die Attraktivität seines Prime-Angebots zu steigern - in einem Bieterkampf mit Twitter, Youtube und Verizon für angeblich 50 Millionen Dollar die Rechte an elf NFL-Football-Spielen.  Und die NBA hat sich in China Tencent als Streamingpartner ausgewählt. Und das ist nur eine Auswahl der letzten Deals.

Für die Ligen sind die neuen Geschäftspartner durchaus attraktiv. Bieten sie ihnen doch die Möglichkeit, ihre Fanbasis um Nutzer zu erweitern, die bislang nicht zum klassischen Pay-TV-Klientel gehörten.

"Eines unserer Ziele in den vergangenen zwei Jahren war es, Inhalte einem größtmöglichen Publikum anzubieten", begründete LaLigas-Digitalstrategiechef Alfredo Bermejo den Abschluss mit Facebook gegenüber Reuters. 

Zudem lässt sich über Plattformen wie Twitter oder Facebook und die dort stattfindende Interaktion deutlich mehr über die Zuschauer, deren Vorlieben erfahren als über klassische TV-Kanäle. Informationen, die nicht nur für die Ligen selbst, sondern auch für werbetreibende Unternehmen extrem wertvoll sind.

Facebook rüstet weiter auf

Und genau daran sind schließlich auch Facebook & Co interessiert - generieren live-Videos doch deutlich mehr Diskussionen  als aufgezeichnete Filme.

Neben Möglichkeiten wie "Watch Party"  bei denen Gruppen gleichzeitig Videos anschauen und kommentieren können, hat Facebook gerade eben erst ein weiteres Investment getätigt, das Streamingerlebnis und die zugehörige Interaktion der Nutzer verbessern soll.

So kaufte Facebook die Technik und Mitarbeiter von Vidpresso , einem Tool, das es Nutzern ermöglicht Umfragen, Kommentare oder andere Elemente während Übertragungen auf dem Bildschirm zu zeigen.

Voraussetzungen dafür, dass das Streaming-Erlebnis künftig noch interaktiver - und für Facebook damit noch lukrativer wird. Was die klassischen Pay-TV-Anbieter mit Sorge betrachten dürften.

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