Donnerstag, 21. November 2019

Böses Netzwerk Darum sollten Sie Facebook noch heute verlassen

Facebook-Gründer Zuckerberg: Profitmaximierung auf Kosten von Nutzern, Mitarbeitern und Gesellschaft

2. Teil: Facebook verdient Geld mit Desinformation ...

"Fakenews": In den USA gibt es die These, bewusst lancierte Falsch-Nachrichten auf Facebook hätten den Ausgang der US-Wahl beeinflusst. Bekanntestes Beispiel ist die Behauptung, der Papst unterstütze Donald Trump, die sich, obwohl inhaltlich nicht korrekt, im Wahlkampf auf dem Netzwerk verbreitete. Auch hierzulande wird bereits diskutiert, ob mit Blick auf die kommende Bundestagswahl 2017 eine Gefahr von solchen Falschmeldungen ausgehen könnte.

Facebook-Chef Zuckerberg hält die These angeblich für eine "verrückte Idee", tatsächlich weiß er es aber vielleicht besser. Am heutigen Freitag jedenfalls ließ Zuckerberg Maßnahmen veröffentlichen, mit denen sein Haus künftig angeblich gegen solche "Fakenews" vorgehen will. Das Prinzip in Kürze: Verdächtige Posts werden von externen "Faktencheckern" überprüft und, falls zwei Checker den Daumen senken, als "fragwürdig" oder "strittig" (englisch: "disputed") gekennzeichnet sowie im Flow der Timelines angeblich ausgebremst.

Im Klartext heißt das: Wenn im kommenden Jahr, woher auch immer, die "Nachricht" auftauchen wird, Bundeskanzlerin Merkel verbringe ihre Freizeit gerne im Keller ihres Hauses in der Uckermark, wo sie mit Vorliebe süße kleine Katzenbabys mit glühenden Stricknadeln bearbeitet, dann wird sich diese Nachricht auf Facebook rasant verbreiten. Zahlreiche Nutzer werden darüber diskutieren, sprich: Merkel beschimpfen oder belobigen, eigene Erfahrungen zum Umgang mit Katzenbabys und/oder Stricknadeln schildern, vielleicht das eine oder andere Video dazustellen. Business as usual also auf Facebook.

Was aber künftig auch passieren wird, ist Folgendes: Facebooks Faktenchecker werden die Merkel-Nachricht als das identifizieren, was sie ist, nämlich völliger Unfug. Daraufhin wird Facebook die Meldung nicht etwa löschen oder das zumindest versuchen. Nein, das Unternehmen kennzeichnet die Meldung von Merkels Hobby mit den Katzenbabys und den glühenden Stricknadeln lediglich als "fragwürdig" oder "strittig" - woraufhin die Nutzer ein Thema mehr haben, über das sie diskutieren können: Ist das nun wirklich eine Falschmeldung oder vielleicht doch nicht?

So trägt Facebook massiv zur Desinformation der Gesellschaft bei. Hauptsache der Traffic steigt, ebenso wie der Umsatz und der Gewinn.

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