Mittwoch, 19. Juni 2019

Investment von Hasso Plattner Design-Start-up Monoqi meldet wieder Insolvenz an

Die Webseite von Monoqi

Der Design-Händler Monoqi hat am Donnerstag erneut Insolvenz angemeldet, wie manager-magazin.de aus informierten Kreisen erfahren hat und nun im Insolvenzregister zu sehen ist. Auf Nachfrage zu den Hintergründen war Geschäftsführer Niels Nüssler (50) nicht unmittelbar erreichbar.

Bereits im Februar hatte Monoqi erstmals den Schritt gehen müssen. Damals hieß es, der arabische Investor des Start-ups - das Family Office Al Jazeera Al Hadina - habe statt der in einer Finanzierungsrunde zugesagten 15 Millionen Euro nur sechs Millionen gezahlt. Außerdem habe Monoqi einige Ziele nicht erreicht.

Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde allerdings nur wenige Tage später wieder aufgehoben. Monoqi gab an, die Gesellschafter hätten eine Investition von drei Millionen Euro zugesagt, um den Bestand des Start-ups zu sichern.

Weitere Millionen sollten fließen, wenn bestimmte Restrukturierungsziele erreicht würden, berichtete damals das "Handelsblatt". Welche Ziele das waren, kommentierte Monoqi nicht genauer. "Wir haben die Krise abgewendet", sagte Nüssler der Zeitung. Der Manager hatte gerade die alte Monoqi-Führungsriege abgelöst: Wolfgang Jünger, Mitgründer Simon Fabich und Manfred Ritter gingen von Bord.

Neben dem arabischen Family Office haben Wagniskapitalgeber wie Kite Ventures, Conde Nast Digital Germany, der Davidson Technology Growth Debt Fund, Hasso Plattner Ventures und Atlantic Labs aus Berlin Geld in das Unternehmen gesteckt, das Design-Gegenstände wie Möbel und Lampen verkauft. Seit der Gründung 2012 bis Ende 2016 hat das Unternehmen laut Bundesanzeiger mehr als 26 Millionen Euro verbrannt.

Im September noch hieß es in der "Berliner Morgenpost", Ende des Jahres wollten die Rettungsinvestoren von Monoqi Bilanz ziehen. Nüssler erklärte, dass es trotz der Umstellung des Geschäftsmodells von einem geschlossenen Shopping-Club zu einem offenen Onlineshop zu früh für eine Entwarnung sei. Fraglich sei außerdem, wie viel Geduld die Investoren aufbringen würden. Die Antwort darauf scheint jetzt klar.

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