Andrew Cuomo holt Ex-Google-Chef nach New York Eric Schmidt gibt Beraterposten bei Alphabet ab

Eric Schmidt löst sich von Alphabet und berät künftig New York

Eric Schmidt löst sich von Alphabet und berät künftig New York

Foto: Mike Blake/ REUTERS

Der frühere langjährige Google-Chef, Eric Schmidt, gibt seine Beratungstätigkeit für die Google-Mutterholding Alphabet auf. Er soll den Posten bereits im Februar niedergelegt haben, berichtet das US-Magazin Cnet , das sich auf eine informierte Quelle beruft. Alphabet  soll den Bericht zunächst nicht kommentiert haben.

Schmidt war der erste CEO nach den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin, der die Geschicke des US-Unternehmens ab 2001 bis 2011 lenkte. In diesen Jahren baute der heute 65-Jährige Google von einer Suchmaschine zu einem Tech-Schwergewicht auf. 2011 trat er zurück, 2015 wurde Schmidt zum Executive-Chairman der neuen Google-Mutter Alphabet berufen. 2017 trat er von seinem Aufsichtsratsposten zurück und wurde schließlich Berater der Holding. Im vergangenen Dezember legten auch die beiden Gründer Page und Brin ihre CEO- und President-Posten bei Alphabet ab und machen den Google-Chef Sundar Pichai zum CEO von Alphabet.

Schmidt blickt indes neuen Herausforderungen entgegen. Gerade in der vergangenen Woche berief Andrew Cuomo, seines Zeichens Gouverneur des US-Bundesstaates New York, den Manager und Milliardär zum Chef einer Kommission , die sich um den Auf- und Ausbau der technischen Infrastruktur während und nach der Corona-Pandemie in dem Bundesstaat kümmern soll. Themen sind Breitbandinternet, Telemedizin und E-Learning. Letzteres soll auch eine Kooperation mit der Melinda und Bill Gates Stiftung voranbringen.

Doch ist dies nicht der einzige Job, dem Schmidt nachgeht. Der Manager sitzt in zwei Regierungsbeiräten, die darauf abzielen, technologische Innovationen im Verteidigungsministerium voranzutreiben.Zu seinen Vertrauten zählen der "New York Times"  zufolge der ehemalige Außenminister Henry Kissinger und der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister Robert Work.

So ist Schmidt weiterhin Vorsitzender des Beratergremiums Defense Innovation Advisary Board, das sich unter aderen darum kümmern soll, Innovationen aus dem Silicon Valley für das US-Militär nutzbar zu machen. Kritiker befürchteten, Schmidt könne dadurch Google einen Vorteil verschaffen. An dem Cloud-Projekt des US-Pentagons unter dem Namen Jedi nahm Google allerdings nicht teil. Den Zuschlag erhielt Mircosoft, wogegen Amazon-Chef Jeff Bezos vor Gericht gezogen ist.

Nun befürchten Kritiker erneut, dass Schmidt in New York verstärkt im Interesse Alphabets handeln könne. Auch baute Google jüngst seine Niederlassung am Hudson Square in Manhattan für rund eine Milliarde Dollar aus, während der Tech-Konzern Amazon nach heftigem Gegenwind von seinem Plan, eine zweite Konzernzentrale in New York aufzubauen, wieder Abstand nahm.

Für seine Beratertätigkeit bei Alphabet erhielt Schmidt, der von Forbes zuletzt auf ein Vermögen von 15,5 Milliarden Dollar geschätzt wurde, dem Vernehmen nach nur einen symbolischen Dollar. Sein Vermögen machte er hingegen vor allem mit dem Börsengang von Google. Laut verschiedener Medien hält er noch Aktien im Wert von 5,3 Milliarden Dollar. Schmidt ist zudem Co-Gründer der Venture Capital-Firma Innovation Endeavors, die unter anderen in Uber und dem Biotech-Unternehmen Zymergen investiert ist. Zudem ist Schmidt auch an dem Hedgfonds D.E. Shaw & Co. beteiligt.

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