Freitag, 23. August 2019

Cisco-Zukunftsforscher Dave Evans "2030 wird es mehr Roboter als Menschen geben"

Smartglasses, selbstlenkende Autos, allwissende Computer: Derzeit überschlagen sich Konzerne wie Google, Tesla oder IBM mit ihren Ankündigungen. Dave Evans, Chef-Futurologe des IT-Konzerns Cisco, erklärt, welche Technologien sich durchsetzen werden und warum.

mm: Herr Evans, manche sagen, Sie haben den schönsten Job im Silicon Valley. Würden Sie zustimmen?

Evans: Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich im Valley einen der besseren Jobs erwischt habe. Es macht einfach Spaß.

mm: Wie kam es dazu, dass Sie im Namen von Cisco die neuesten Erfindungen ausprobieren und mit Technologiepionieren und Wissenschaftlern über die Zukunft diskutieren dürfen?

Evans: Es war eine gemeinsame Entscheidung vor dem Hintergrund, dass Technologien sich heutzutage sehr schnell wandeln. Es ging darum, unseren Kunden Antworten zu geben auf die Frage, wo sie Prioritäten setzen sollten. Um eine Analogie zum Eishockey zu nutzten: Die Kunden wissen, wo der Puck sich heute befindet, wir wollen ihnen aber schon jetzt sagen, wo er hinflitzen wird.

mm: Wo wird er denn hinflitzen? Was ist das nächste große Ding?

Evans: Da gibt nicht ein großes Ding, es sind mehrere. Das beginnt schon mit dem Internet der Dinge, das alles miteinander verknüpft. Dazu der 3D-Druck, die Robotik, intelligente Maschinen, Big Data und ihre Analyse oder tragbare Elektronik.

mm: Fast alle großen Konsumelektronikkonzerne arbeiten derzeit an Smartwatches und Smartglasses. Welches der beiden Produkte halten Sie für vielversprechender?

Evans: Ich denke nicht, dass das eine Gerät das andere ausschließt. Sie ergänzen sich sogar. So können Datenbrillen wie Google Glass die reale Welt um eine erweiterte Realität ergänzen. Nutzer haben außerdem ein zusätzliches Display zur Verfügung, das sie nicht nur anschauen, sondern durch das sie auch durchschauen können. Dass Smartglasses zum Beispiel in der Medizin oder im Maschinenbau eine Rolle spielen könnten, davon bin ich überzeugt. Allerdings ist die Datenbrille ein komplett neues Produkt. Smartwatches hingegen sind für viele nicht ganz so ungewöhnlich und daher wohl eher etwas für den Massenmarkt.

mm: Gibt es grundsätzliche Eigenschaften, die jede erfolgreiche Technologie mit sich bringt?

Evans: Ja. Was nicht unterschätzt werden darf, ist die Benutzerfreundlichkeit. Also vor allem Ergonomie und Bedienbarkeit. Unternehmen wie Apple waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich darin, die komplexe Technologie hinter einfach zu bedienenden Oberflächen zu verstecken.

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