Montag, 23. September 2019

Cisco-Zukunftsforscher Dave Evans "2030 wird es mehr Roboter als Menschen geben"

4. Teil: In zehn Jahren wird es Drucker geben, die Drucker drucken

mm: Auch den 3D-Druck haben Sie seit Jahren auf dem Zettel. Wann wird der erste 3D-Drucker in der Lage sein einen anderen 3D-Drucker zu drucken?

Evans: Schon heute gibt es rund 70 verschiedene Materialien von Plastik bis Metall, die gedruckt werden können. Das Problem bei einem Drucker, der in der Lage wäre, einen Drucker zu drucken, wäre aber wohl, dass der gedruckte Drucker kleiner wäre als das Original.

mm: Man kann ihn ja in mehreren Teilen drucken und anschließend zusammensetzen.

Evans: Das würde dann bedeuten, dass wir noch einen Roboter bräuchten, der die beiden Teile im Anschluss wieder zusammensetzt. Es geht dann also nicht mehr nur um einen Drucker, der einen Drucker druckt, sondern um einen Drucker, der Teile eines Druckers druckt, die dann automatisch zu einem Drucker zusammengesetzt werden. Ich glaube, das wir das in zehn bis fünfzehn Jahre sehen werden.

mm: Sehen Sie den Einfluss von 3D-Druckern eher in der Industrie oder beim Verbraucher?

Evans: Design und Fertigung von Produkten sind künftig zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten möglich. Aus Konsumentensicht ergibt sich die Möglichkeit, ein Produkt praktisch zu downloaden und es in den eigenen vier Wenden auszudrucken. Das spart Ressourcen. So wie das Internet Firmen und Verbraucher gleichermaßen beeinflusst hat, so wird es auch mit dem 3D-Druck sein.

mm: Der ehemalige Chefredakteur der US-Technologie-Zeitschrift Wired, Chris Anderson, hat seinen alten Job an den Nagel gehängt, um sich als 3D-Druck-Unternehmer selbstständig zu machen. Haben Sie auch schon einmal überlegt, selbst Unternehmer zu werden?

Evans: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job.

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